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Thema des Monats Jänner: Tagebücher

 

Annas Safari-Tagebuch (Superleser! 2. Lesestufe)

Kinder- und Sachbuch / ab 6 Jahren
64 Seiten

 

Ein toller, sehr abwechslungsreicher Reisebericht eines Mädchens, das eine Safari in Afrika erlebt. Anna beschreibt in ihrem Safari-Tagebuch ihre Erlebnisse. Ihren Traum, einmal die "Großen Fünf" zu sehen, äußert sie bereits auf der zweiten Seite. Jedes Kapitel beginnt sie mit einem Tagesplan. Tag 1 startet schon um 6 Uhr mit dem Frühstück. Dann fahren sie mit dem Jeep zu den Zebras und Gnus in die Savanne. Nachmittags beobachtet Anna auf einem Boot die riesigen Flusspferde. Abends lauscht sie gespannt der Legende über den "Weltenbaum". Bereits diese 10 Seiten Text, die durch tolle Fotos ergänzt wurden, machen richtig viel Spaß! Kinder erfahren viel über die Tiere aus Afrika. Sie lernen z. B. einen "Spießbock" von dem "Großen Kudu" zu unterscheiden. An Tag 2 führt ein Massai die Gruppe in den Busch. Anna sieht das erste Tier der "Großen Fünf", einen Kaffernbüffel. Eine schöne Übersicht der verschiedenen Tierspuren und eine altes afrikanisches Spiel mit Anleitung ergänzen in diesem Kapitel die Sachinformationen. Am dritten Tag begleitet Anna mit einigen Forschern ein Rudel Löwen. In ihrem Tagebuch vergleicht sie steckbriefartig u.a. Größe, Gewicht und Geschwindigkeit von Löwe, Leopard, Gepard und Serval. Auch ein afrikanisches Rezept zum Nachkochen finden die Kinder im Buch. Am Folgetag beobachtet Anna vom Camp aus junge Elefanten beim Plantschen im Wasser. Sie darf mit in einem Hubschrauber fliegen und schreibt ihren Großeltern eine Karte, auf der sie von den Zebras und Nashörnern schwärmt. Schließlich besucht sie die Massai und erfährt einiges über deren Leben.

Die Rahmenhandlung mit Anna und ihrem Wunsch die "Großen Fünf" zu sehen, zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Jedes Kapitel beschreibt ein für sich abgeschlossenes Abenteuer und enthält tolle Sachinformationen. Sehr viele Textformen wurden von der Autorin übersichtlich kombiniert. Durch die Fibelschrift können schon Leseanfänger mit ersten Texterfahrungen den interessanten Inhalt sehr gut selber lesen. Ein Beispiel für ein richtig gelungenes, spannendes Leseanfangsbuch!

www.buechertrends.de

 

Andrea Schomburg / Dorothee Mahnkopf

Das Geheimnis der gelben Tapete

Kinderbuch / ab 7 Jahren
64 Seiten

 

Emilia deckt das Geheimnis des hinter der gelben Tapete versteckten Schlüssels im Haus ihrer Tante auf und erkennt dadurch, was echte Freundschaft bedeutet.

Ein neuer Junge kommt in Emilias Klasse und wird neben sie gesetzt. Eigentlich findet Emilia Robert ganz nett, aber Julia, die Anführerin der Klasse, beschließt: er soll nicht dazugehören. Also wird der Neue künftig gemieden und ausgegrenzt, woraufhin er immer abweisender und aggressiver wird. Bei Renovierungsarbeiten im Haus ihrer verrückten Tante, die mit ihrer besten Freundin aus Kindertagen auf Weltreise geht, entdeckt Emilia hinter der gelben Tapete einen kleinen goldenen Schlüssel. Zusammen mit ihrer kleinen Schwester macht sie sich auf die Suche nach dem Geheimnis des Schlüssels und kommt dabei etwas viel Wichtigerem auf den Grund: dem Geheimnis lebenslanger Freundschaft. Dadurch motiviert hat sie endlich den Mut, sich gegen Julia und ihre Mobbingattacken zu stellen.

Die Reihe "Tulipan Kleiner Roman" richtet sich an Leseanfänger ab 7 Jahren, die gerne komplexere Geschichten lesen, und unterscheidet sich immens von den zahlreichen Erstlesebüchern mit Großdruck, vielen Bilder und wenig Inhalt. Die zart kolorierten Illustrationen sind charmant und strahlen eine Sanftheit aus, die sehr gut zu der Erzählweise dieses kleinen Romans passt. - Eine wichtige Botschaft, die schon Leseanfänger begreifen. Empfehlenswert!

Bettina Palm

Das Tagebuch aus der Kindheit ihrer Tante hilft der kleinen Emilia dabei, endlich den Mund aufzumachen und sich gegen die fiesen Mobbingattacken zu stellen, die Julia als Wortführerin der Klasse gegen den netten neuen Schüler gestartet hat. Eine einfühlsame Geschichte über ein Thema, das alle Kinder angeht.

Angelika Rockenbach

www.borromedien.de

 

Luc Blanvillain / Maren Illinger

Tagebuch eines Möchtegern-Versagers

Kinderbuch / ab 10 Jahren
154 Seiten

 

Hochbegabung, Eliteschule, ehrgeizige Eltern: Der zwölfjährige Nils wäre viel lieber so wie alle anderen, normal eben. Statt immer nur zu lernen, möchte er draußen Fußball spielen und Fernsehen. Was wohl passieren würde, wenn er nur noch schlechte Noten schriebe? Könnte er damit auf seine Eltern einwirken? Der Plan scheint zu funktionieren. Seine miserablen Schulleistungen stürzen die Eltern in tiefe Verzweiflung. Sie konsultieren einen Psychiater und siehe da: Seine Eltern sollen ihm mehr Freiheiten gewähren und ihn nicht unter Druck setzen. Alles bestens also. Bis Mona ihm bei seinen Schulproblemen helfen möchte. Da macht es auf einmal nicht mehr so viel Spaß, ein Möchtegern-Versager zu sein. Und auch dem Angeber Engelbert würde Nils gerne mal zeigen, wer eigentlich Klassenbester ist.
Federleicht und mit viel Witz und Augenzwinkern erzählt Luc Blanvillain von Leistungsdruck, übereifrigen Eltern und der ersten, zarten Liebe. Erfrischend ist dabei die neue Perspektive des hochbegabten Kindes auf das oft behandelte Thema Schule. Die sprachliche Gestaltung mit einem großartigen Wortschatz ist beeindruckend und kommt in Maren Illingers Übersetzung meisterlich zum Vorschein.

http://www.djlp.jugendliteratur.org

 

Jeff Kinney

Gregs Tagebuch 12 – Und tschüss!

Hörspiel / ab 10 Jahren
78 Minuten

 

Jeff Kinney hat's vollbracht: Die heißersehnte, neue Episode der Bestsellerserie von Gregs Tagebuch ist da! Auch dieses Mal kommen alle Greg-Fans voll auf ihre Kosten, denn wie gewohnt geht eigentlich alles schief, was schiefgehen kann: In den Weihnachtsferien tritt Greg mit seiner Familie eine Reise auf die Isla de Corales an, der Insel, wo seine Eltern einst ihre Flitterwochen verbrachten. Nach der Reise wusste Greg genau: Er wäre lieber zu Hause geblieben. Schon der Weg zum Flughafen geht natürlich nicht reibungslos über die Bühne und die Koffer der gesamten Familie wurden vertauscht. Das hat zur Folge, dass sie sich nach der langen Anreise nicht schick genug für ein Restaurant umziehen können und daher draußen essen müssen…in bester Gesellschaft von vielen Krabbeltieren. Tauchen tut Greg auch, aber unfreiwillig… Marco Esser, der Greg spricht, trifft mit seiner Stimmlage genau die Stimmung, in der Greg sich immer zu befinden scheint: latent genervt. Er hört sich genau so an, wie sich ein Junge um die zehn Jahre anhören sollte: ein bisschen frech, lebendig und durchaus lustig. Langeweile gibt es hier keine Sekunde. Und tschüss!

 

www.buecher-magazin.de

 

Thema des Monats Dezember: Weihnachten

 

Edith Schreiber-Wicke / Carola Holland

Besuch am Weihnachtsabend

Bilderbuch / ab 4 Jahren
32 Seiten

 

Am 23. Dezember kurz vor dem Einschlafen fällt Noah sein allerwichtigster Weihnachtswunsch ein: Er wünscht sich, dass der richtige Weihnachtsmann am Heiligabend zu Besuch kommt. Im Traum verspricht ihm dieser, zu kommen. Und am nächsten Tag klingelt es auch tatsächlich an der Tür. Da stehen aber Menschen, die Noahs Hilfe brauchen und nicht der Weihnachtsmann. Enttäuscht fragt sich der Junge, ob Weihnachten doch nur aus Geschenken und einem Baum mit Kerzen besteht. Da hört er nochmals die Stimme aus dem Traum...
> "Such nicht draussen den Sinn, Weihnachten ist in dir drin." Dieses Buch möchte Weihnachten seinen ursprünglichen Sinn zurückgeben. Die bunten Bilder mit liebevollen Details und der sympathische, kleine Noah stimmen wunderbar auf Weihnachten ein. Am Schluss der Geschichte entsteht wie von selbst eine Diskussion darüber, was Weihnachten nun wirklich ist. Karin Böjte

www.kjmbefr.ch

 

Andrea Erne / Susanne Szesny

Wir feiern Weihnachten (Wieso? Weshalb? Warum?)

Sachbuch / ab 4 Jahren
16 Seiten

 

Die Weihnachtszeit hat jedes Jahr wieder etwas ganz Besonderes – wir backen, basteln Geschenke, singen, schmücken den Baum und kümmern uns mehr als sonst um andere Menschen. Was es mit den ganzen Traditionen und der Weihnachtsgeschichte eigentlich auf sich hat und ob man auf der ganzen Welt Weihnachten feiert wie bei uns, erfahren neugierige junge Leser/-innen in diesem Buch.

Viele bunte Bilder, spannende und leicht verständliche Texte sowie zahlreiche Klappen, hinter denen sich noch mehr Informationen verbergen, machen dieses Sachbuch aus der beliebten Reihe besonders empfehlenswert für alle, die mehr über Weihnachten wissen wollen. Kunterbunter, spielerischer und informativer (Vor-)lesespaß für Kinder ab ca. 4-5 Jahren.

www.stiftunglesen.de

 

Tony Wolf

Magico Natale
Kinderbuch / ab 5 Jahren
58 Seiten

 

Siamo a dicembre aleggia l'aria natalizia, il nostro consiglio di questa settimana è il libro "Magico Natale" di Silvia D'Achille, disegnatore Tony Wolf. Una serie di storie da leggere ai nostri bimbi in attesa del Natale, un racconto al giorno che accompagna i piccoli fino alla magica notte del 24 dicembre.

Un libro incantato in cui il protagonista è Ralphie un piccolo coniglietto a cui questo Natale regalerà una magica avventura: la scoperta di un mondo fantastico.

Di seguito un breve brano introduttivo: «Nella verde Val di Ginepro, oltre il bosco degli aceri rossi, si trova il Bosco degli Abeti. Dal centro del Bosco, parte il sentiero della Grande Quercia che porta in via del Castagno. Al numero 2 di via del Castagno vive il piccolo Ralphie.

Ralphie è un vivace coniglietto bianco: tra fitti alberi è facile vederlo, perché porta sempre una giacchetta rossa con i bottoni dorati che gli ha cucito la mamma.

La sua stagione preferita è l'estate, perché può trascorrere le giornate a saltellare imitando le rane dello stagno, giocare a palla con le marmotte, rincorrere le farfalle e fare le capriole sull'erba sfidando gli scoiattoli. Come si divertono tutti insieme!

Ma quando l'estate finisce, Ralphie diventa triste. Le giornate si accorciano, le foglie cadono dagli alberi, soffia un vento freddo e il bosco si tinge di bianco: arriva l'inverno e il piccolo coniglio sa che questo significa che presto non avrà più amici con cui giocare. Ogni anno è la stessa storia: in inverno gli altri animali vanno in letargo e lui resta solo».

www.mondi.it

 

Cornelia Funke

Hinter verzauberten Fenstern

Kinderbuch / ab 8 Jahren
180 Seiten

 

Julias anfängliche Enttäuschung ist durchaus verständlich. Statt des erhofften Schokoladenadventskalenders, bekommt sie von ihrer Mutter lediglich einen aus Papier mit Bildern. Doch schon bald offenbart der Adventskalender ein ganz besonderes Geheimnis …

Julia und ihr Bruder Olli warten auf die Rückkehr ihrer Mutter vom Einkaufen und damit auf die heiß ersehnten Adventskalender. Doch Julias Vorfreude endet in purer Enttäuschung und bitterer Verärgerung. Statt eines Schokoladenkalenders, wie ihn ihr Bruder auch bekommt, hält sie selber nur einen langweiligen Papierkalender in den Händen.

Zunächst gänzlich ignorierend, wendet sie sich schließlich doch dem silbrig glitzernden Kalender zu und macht die geheimnisvolle Entdeckung, dass sich hinter den Türchen des Adventskalenders eine lebendige Welt befindet, die sie durch den Kalender betreten und auch wieder verlassen kann. Kein Wunder, dass Sie dieses Geheimnis nur ungern mit ihrem Bruder teilen möchte, der fortan versucht, Julia auf die Schliche zu kommen.

In der Kalenderwelt lernt sie den Erfinder Jakobus Jammernich kennen, der sie schließlich mitnimmt auf eine Reise zum alten König. Auf dem Weg dorthin erfährt sie, dass es in der Kalenderwelt bereits zahlreiche verfallene und verlassene Kalenderhäuser gibt, da die Kinder viel lieber Schokoladenkalender mögen und keine hinter deren Kläppchen sich nur Bilder befinden. So bleiben also auch die Fenster der Kalenderhäuser verschlossen, die Kalenderhausbewohner sind verzweifelt – doch durch Julias Besuch schöpfen sie wieder neue Hoffnung.

Der alte König in der Kalenderwelt kann sich der Entwicklung nicht entgegenstellen und ist durch seine Vergesslichkeit zum Spielball des finsteren Leo geworden, dessen Plan es ist, noch mehr Schokohäuser aufzumachen. Als sich der König durch den Besuch von Julia wieder eines besseren besinnt und auch daran denkt, den Thron seinem Sohn Prinz Harry zu vermachen, geht Leo in die Offensive. Ein unheimlicher Besucher in Julias Zimmer und die Entführung des Prinzen sollen Julia und die Kalenderhausbewohner einschüchtern und von ihren Plänen abhalten. Doch Jakobus fasst einen Plan und sie machen sich auf, um Leo endgültig das Handwerk zu legen.

Die Idee hinter den Türchen eines Adventkalenders eine Parallelwelt zu erschaffen, deren Lebensumstände in unserer Realität verankert sind, ist sehr unterhaltsam umgesetzt. Es ist einfach herrlich aufregend, wenn Julia ganz vorsichtig, in angespannter Erwartung das erste Kalendertürchen öffnet und knisternde Spannung herrscht vor, wenn der unsichtbare Gast in Julias Zimmer umherstreift. Cornelia Funke manövriert ihre Hauptdarsteller mit einer angenehmen Leichtigkeit durch das Adventsabenteuer, stets mit dem richtigen Maß an ausgewogener Spannung und viel Einfallsreichtum.

Dabei finden wir viele märchenhafte Elemente und Charaktere vor: eine Burg ganz aus Schokolade, einen Riesen, Heinzelmännchen, Elfen, einen König, einen Prinz und natürlich einen richtigen Bösewicht. Gerade die bunte Vielfalt an sympathischen und eigenwilligen Figuren, denen Julia begegnet, bereitet Kindern viel Spaß. Ob Jakobus, der Erfinder oder die Elfen Rosalinde und Melissa, Riesig der Riese und die Heinzelmänner, sie alle sind Julia wohl gesonnen und erfreut über ihren Besuch. Schließlich bedeutet Julias Erscheinen den ersehnten Wendepunkt für den sonst drohenden Verfall der Kalenderwelt.

So lesen wir uns gerne in diesen wahrhaft zauberhaften Ort hinein, um uns mit motivierten Mitstreitern selbstbewusst für das Finale gegen Leo, den Lügner zu wappnen. Auch wenn wir uns dann mit unseren Kindern einmal gegen die beliebte Süßigkeit stellen müssen. Doch schließlich mag es am Ende ja genau um die Motivation gehen, der Phantasie und den Bildern mehr Bedeutung beizumessen, als dem kurzweiligen Genuss …da wird es unsere Kinder aber beruhigen, dass die Burg aus Schokolade noch zum Verzehr frei gegeben wird.

Cornelia Funke schafft nicht nur jenseits der Kalendertürchen eine ansprechende Welt für Kinder. Auch diesseits lässt sie durch Streit und Missgunst zwischen den Geschwistern Julia und Olli ganz klassische Konfliktsituationen aufkommen, welche Kinder nachvollziehen und zuordnen können. Dass Cornelia Funke die ganze Erzählung über stets Zuversicht und die Aussicht auf ein positives Ende vermittelt und zu guter letzt auch Julia und Olli wieder zusammenfinden, betont den positiven Klang der Erzählung.

Es ist demnach nicht verwunderlich, dass die 160 Seiten des bereits 2003 erstmals erschienenen Buches schnell ausgelesen sind. Die zahlreichen Illustrationen, von Cornelia Funke selber angefertigt und von Yvonne Ziegenhals-Mohr farbenprächtig koloriert, schaffen die passende optische Untermalung. Bereits jüngere Kinder werden der Geschichte gerne aufmerksam lauschen und so empfiehlt sich das Buch als stimmungsvolle Adventslektüre für die ganze Familie.

Fazit:

Cornelia Funke verzaubert ihre Leser und Zuhörer mit vielen phantastischen Zutaten. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie beim nächsten Adventskalenderkauf auch einen besonderen Blick auf solche ganz ohne Schokoladenfüllung werfen und beim Türchen öffnen zweimal hinschauen werden. Was sich „Hinter verzauberten Fenstern“ abspielt ist ganz bestimmt mehr als einen Besuch wert.

Stefanie Eckmann-Schmechta

www.kinderbuch-couch.de

 

Thema des Monats November: Jungs und Abenteuer

 

Fritz Fassbinder

 

Rocky, die Gangster und ich

Oder: Wie Mathe mir das Leben rettete (echt jetzt!)

 

Kinderbuch / ab 10 Jahren

 

175 Seiten

 

Felix, der mit einer Sechs in Mathe um seine Versetzung in die nächste Klasse fürchtet, und Polizeihund Rocky, der zum ersten Mal durch die Spürhundprüfung gefallen ist, treffen durch Zufall im Tierheim aufeinander und verstehen sich vom ersten Augenblick an bestens. Ihre Freundschaft wird schnell auf die Probe gestellt, als sie bei einem gemeinsamen Spaziergang in die Hände von zwei Gangstern fallen, die Rocky aufgestöbert hat. Schnell wird klar, dass sie ihrem Gefängnis in einem abgelegenen Haus nur gemeinsam entkommen können. Beide wachsen über sich hinaus und beweisen, dass sie alles andere als Versager sind. - Es macht viel Spaß, die Abenteuer der zwei ungleichen Freunde zu verfolgen, die abwechselnd von ihren aufregenden Erlebnissen berichten. Und weil auch der Humor durch die vielen lustigen Missverständnisse zwischen Mensch und Hund nie zu kurz kommt, ist das locker geschriebene Buch die perfekte Lektüre auch für etwas lesefaule Jungs.

 

https://www.borromaeusverein.de

 

Thema des Monats Oktober: Tierisch, tierisch

 

Zapf/Jochen Till

Ich bin für dich da!

Bilderbuch / ab 4 Jahren

44 Seiten

Es ist verführerisch, bei dem Bilderbuch Ich bin für dich da von Zapf und Jochen Till vor allen Dingen von dem kuscheligsten Stachelschwein aller Zeiten zu schwärmen.Ich beherrsche mich und erzähle lieber davon, dass in dem kleinen Büchlein mit seiner kurzen Geschichte viele große Geschichten stecken.

Das Stachelschwein ist ein patenter Kerl, man muss es einfach liebhaben. Als es merkt, dass die Giraffe traurig ist, will es sie unbedingt trösten. Aber wie kann es zu ihr durchdringen? Vor lauter Trübsal sieht sie nichts.

Während der Erzähler davon spricht, warum man manchmal traurig ist, passiert all das dem Stachelschwein auf einer anderen Ebene. Es wird nicht wahr genommen; es macht tolle Pläne, die allesamt scheitern, wie zum Beispiel der Versuch, mit Luftballons zur Giraffe hoch zu fliegen. Keine gute Idee, wenn man Stacheln hat!

Lachen hilft bei Traurigkeit

Man muss den kleinen, unermüdlichen Kerl einfach lieb haben. Doch irgendwann kommt die Frage auf: warum ist er eigentlich nicht traurig? Schon ist man mittendrin im Philosophieren und Erfahrungen austauschen. Die größere Geschichte in der kleinen Geschichte nimmt ihren Lauf – außerhalb des Bilderbuches.

Eine andere Frage, die aufkommen könnte, ist, wieviele Formen von Traurigkeit es gibt. Oder warum traurige Menschen manchmal gar nicht merken, dass sich jemand um sie kümmern will. Oder was man alles tun kann, um sich von der Traurigkeit abzulenken. Doch egal, welche Frage auftaucht, man wird mit seinen Gedanken immer wieder zum Stachelschwein zurück kehren, kichern und den kleinen Kerl lieb haben.

Ich bin für dich da von Zapf und Jochen Till ist niedlich, hat Witz, ist leicht, hat Tiefgang und viel Gefühl. Es ist also genau eines dieser Bilderbücher, in das sich Erwachsene sofort verlieben und dabei vergessen, dass sie gar nicht die erste Rolle spielen. Macht nix, das Lachen der Kinder und ihre klugen Beobachtungen werden die Erwachsenen schon in die Realität zurück holen!

https://buchkind-blog.de

 

Megumi Iwasa/Jörg Mühle

Viele Grüße, deine Giraffe

Kinderbuch / ab 6 Jahren

112 Seiten

Giraffe hat zwar einen langen Hals – weiter als bis zum Horizont sieht aber auch sie nicht. Und doch würde es sie interessieren, wer dahinter lebt. Wer weiss, vielleicht könnte dieser Jemand sogar ihr Freund werden? Wie praktisch, dass der Pelikan aus Langeweile gerade eine Poststelle eröffnet hat. Giraffe verfasst einen Brief und wartet ungeduldig auf Antwort. Und tatsächlich: Ein Pinguin schreibt zurück! Die Briefe fliegen bald hin und her, Savannenpostbote Pelikan und Meerespostbotin Robbe sind gefordert. Der kleine Pinguin berät sich mit seinem Lehrer, dem Wal: Was mag dieser «Hals» sein, von dem die Giraffe schreibt? Und ihre Frage nach der Pinguinfarbe ist auch gar nicht so leicht zu beantworten: Das Meer ist blau, aber in einen Eimer gefüllt, ändert es die Farbe. Flugs wird der Test gemacht und im Brief vermerkt: «Übrigens bin ich schwarz-weiss. Denn meine Farbe ändert sich nicht, wenn ich in einen Eimer steige. Also glaube ich nicht, dass ich mich irre.»
Als die Giraffe genug über das Aussehen des Pinguins zu wissen glaubt, schreitet sie mit Hilfe des Pelikans zur Tat und verkleidet sich für eine Reise zu ihrem Freund als schwarzweisses Schnabeltier. Ganz richtig kommt es nicht heraus, aber zum Glück kann sich auch gut verstehen, wer nicht gleich aussieht.
Das Kinderbuch der japanischen Autorin Megumi Iwasa, das von Jörg Mühle passend zum leichten, feinfühligen Humor illustriert wurde, eignet sich dank hohem Bildanteil und überschaubarem Leseportionen gut zum Selberlesen in der Unterstufe. Genau soviel Spass macht es aber auch, sich beim Vorlesen gemeinsam über die vermeintlich logischen Schlussfolgerungen der Tiere zu freuen.
Bilder im Kopf entsprechen nicht immer der Wirklichkeit. Gut, dass die Welt gross, die Neugier aber grösser ist und dass auch eine Giraffe und ein Pinguin Freunde werden können.

https://www.sikjm.ch

 

Piotr Socha

Bienen

Sachbuch / ab 7 Jahren

80 Seiten

„Bienen“ ist für mich DAS Kindersachbuch des Jahres 2016. Opulent- bildgewaltig- informativ! Ein Genuss! Bienen stehen natürlich im Mittelpunkt, aber es geht noch weit darüber hinaus: Insekten im Allgemeinen, Umwelt, Naturschutz. Kein Thema fehlt. Das Reich der Bienen wird genauestens beschrieben; egal ob es um Details des Körperaufbaus, des Bienenstocks, der Geschichte der Bienen, ihr Zusammenwirken mit den Menschen und Pflanzen oder auch die Produktion von Honig geht. Auch der Bienentanz fehlt nicht. Der größte Teil jeder Seite ist den Illustrationen gewidmet, unendlich viel gibt es hier zu entdecken und auch immer wieder etwas zum Schmunzeln. Der Text ist kompakt, für Kinder verständlich geschrieben, dennoch ist alles Wichtige benannt. Ein beeindruckendes, besonderes Bilderbuch, das sowohl Kinder als auch Erwachsene, inklusiv der Imker begeistern dürfte!

https://www.buechermobil-erlangen.de

 

Martin Brown

Tiere, die kein Schwein kennt

Sachbuch / ab 8 Jahren

56 Seiten

Im Vorwort dieses Tier-Sachbuchs der ganz und gar anderen Art wird endlich mal Klartext gesprochen: Die Tierpromis – sprich „Hund-Katze-Maus“ – haben die Bühne schon viel zu lange für sich allein. Es ist also höchste Zeit, dass andere Protagonisten ihren großen Auftritt bekommen!

Zum Beispiel der Kuba-Schlitzrüssler. Wie – den kennen Sie nicht? Na gut, er ist auch extrem selten, wurde erst 1861 von Europäern entdeckt und galt zwischenzeitlich schon als ausgestorben.
Wie wäre es also mit dem Zorilla? Das ist ein afrikanischer Müffel-Marder, der mit seinem Gestank jedes Stinktier locker in den Schatten stellt. Oder mit der Langschwänzigen Schmalfussbeutelmaus? Da ist der Name genauso lang wie der imponierende Schwanz des Tierchens, das im Buschland Australiens zu Hause ist. Mit einem bemerkenswerten Körperteil kann auch der Russische Desman punkten, der sozusagen über eine Multifunktionsnase verfügt: Er kann sie bei der Nahrungssuche, aber auch als Schnorchel, Schaufel und Finger einsetzen. Immer noch nicht seltsam genug? Da hilft nur eins: Umgehend selbst in die Wunderwelt der unbekannten Tiere eintauchen …

Wo steht geschrieben, dass Sachbücher ausschließlich nützliches Wissen vermitteln müssen? Schließlich werden Forscherdrang und Fantasie durch Skurriles mindestens ebenso stark angeregt! Und es gibt in Sachbüchern nur selten so viel zu lachen wie in dieser schrägen Tierschau. Aktionsideen fliegen dem erwachsenen Leser dabei nur so zu: Vom Zusammensetzen des witzigsten Tiernamens über das Suchen der tierischen Lebensräume auf einer Weltkarte bis zum Erstellen von Tier-Steckbriefen von weiteren seltenen Lebewesen. Ein klassisches Tierlexikon oder Infos aus dem Netz lassen sich bestens mit der witzigen Auswahl verbinden. Aber mal ganz im Ernst: Neben aller Exzentrik und den grandios komischen Illustrationen (inklusive Sprechblasen der speziellen Akteure) gibt’s hier auch viel zum Nachfragen und –denken. Zum Beispiel zum Thema Artenschutz.
Zum Vorlesen und Selberlesen, ab ca. 8 Jahren

https://www.stiftunglesen.de/leseempfehlungen/lese-und-medienempfehlungen/

 

 

Thema des Monats September: Familie

 

Nadine Brun-Cosme/Aurelie Guillerey

Papa ist nicht aufzuhalten

Bilderbuch / ab 3 Jahren

32 Seiten

 

Papa will Max in den Kindergarten bringen, aber das Auto springt nicht an. Doch endlich geht es los. Heute Abend hole ich dich ab, verspricht Papa. Aber wenn das Auto nicht anspringt? Max fallen viele Pannen ein. Doch Papa findet auf alles eine Antwort und überraschende Lösungen: er kommt mit dem Traktor oder mit dem Kuscheltier, mit dem Boot oder gar auf einem Drachen. Die Handlung ist in Reimen gestaltet, begleitet von ansprechend und plakativ gestalteten Bildern. Ein Buch für Kinder ab 3 Jahren, bei dem man sich sofort vorstellen kann, wie viel Spaß Vorleser und Hörer gleichermaßen haben können. Es fordert geradezu heraus zum Mitmachen, Wiederholen, Lachen und sich Einlassen auf fantastische Lösungen. Nebenbei nimmt es die Ängste der Kinder ernst, ohne sie direkt zu benennen, geht humorvoll darauf ein und schafft Vertrauen. Sehr empfehlenswert, nicht zuletzt auch für die altersgerechte Sprachförderung.

https://www.borromaeusverein.de

 

Alexandra Maxeiner/Anke Kuhl

Alles Familie! von Alexandra Maxeiner

Sachbuch / ab 5 Jahren

32 Seiten

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Während konservative Politiker immer noch darüber diskutieren, welche Familienform die „einzig wahre“ ist, hat – spätestens mit diesem Bilderbuch – die kunterbunte Patchworkfamilie in den Kinderzimmern unserer Kinder Einzug gehalten. Bereits der Titel des Buches verrät, dass Familie kein starrer Zusammenschluss von Mutter, Vater und Kind ist, sondern unzählige Konstellationen und Eigenheiten gerade das ausmachen, was wir heute unter Familie verstehen …

Nach einem kurzen Ausflug zu den Bienen, den Steinzeitmenschen und der Großfamilie der Jahrhundertwende, landen Alexandra Maxeiner (Autorin) und Anke Kuhl (Illustratorin) direkt in den Wirren heutiger Familienverstrickungen. „Das Kind der neuen Freundin vom Bruder von Papas früherer Frau und anderen Verwandten“ lautet der Untertitel des Buchs, das 2011 zu Recht mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Maxeiner und Kuhl geht es um die – mitunter sehr konfusen – Verstrickungen, die sich beim verwandtschaftlichen Beziehungsgeflecht ergeben können und im 21. Jahrhundert durchaus keine Seltenheit mehr sind. Mit kunterbunten beschrifteten Zeichnungen im comicartigen Stil werden die vielfältigen Konstellationen, die Familien bilden können, in sachlichem Ton durchgegangen, von der klassischen Variante über Regenbogen- und Adoptivfamilien bis zum Kinderdorf. Angelegt wie eine Gebrauchsanweisung der modernen Familie werden „Halbmamis“, „Zweitväter“ oder „Dreiviertelpapas“ vorgestellt. […]

In „Alles Familie!“ geht es nicht in erster Linie um Verwandtschaftsgrade, sondern um all die Eigenheiten, die Familie ausmachen: Manche sind laut, andere stiller. Wir sehen stubenhockende Sofafamilien („Es gibt Familien, die bewegen sich kaum oder gar nicht“) und Hektiker („Andere rennen ständig herum, weil sie irgendwelche Termine haben“). Bei manchen liegt das Zentrum in der Küche, anderen ist das gemeinsame Essen nicht so wichtig. Jede Familie hat ihren eigenen Geruch, den man oft selber gar nicht riecht, der aber tief in Mamas Kleidern oder dem Kuscheltier steckt. Einige Familien haben eine Geheimsprache. Sie sagen manche Worte, die man als Außenstehender gar nicht versteht und nur die anderen Familienmitglieder wissen, was gemeint ist.

Neben Äußerlichkeiten geht es um Bindungen, die in den Familien völlig unterschiedlich ausfallen. Die meisten Menschen mögen ihre Familie, weil sie sich geborgen fühlen und über ihre Sorgen sprechen können. Es gibt aber auch Menschen, die haben mit ihrer Familie nichts zu tun („...vielleicht weil sie zusammen Geld oder ein Haus geerbt haben und sich jetzt streiten, wer das Meiste bekommt.“). Auch daraus, dass es Gewalt in Familien gibt, macht das Buch keinen Hehl („Es gibt Eltern, die behandeln ihre Kinder schlecht. Sie nehmen sie nie in den Arm. Oder brüllen sie immer nur an. Andere schlagen ihre Kinder sogar, obwohl sie das gar nicht dürfen.“).

Das Leben kann sehr kompliziert sein – und dass zeigt „Alles Familie!“ auf sehr anschauliche Art. Autorin und Illustratorin finden jedoch einen Weg, Angst vor den Lebenslagen zu nehmen, die vom herkömmlichen Schema abweichen. Und noch mehr: Sie zeigen, dass es das „klassische Schema“ in der Realität schon lange nicht mehr gibt. Beschönigt wird dabei nichts, aber auch nichts verglichen. Dem lesenden Kind wird vermittelt: Jede Familie ist einzigartig – ob dezent oder geräuschvoll, faul oder umtriebig, steif oder leger. Und weil jede, aber auch jede Familie wichtig ist, birgt das Buch am Ende auch einige Seiten, die das lesende oder zuhörende Kind mit den Besonderheiten seiner Familien füllen kann. […]

Fazit:

„Alles Familie“ macht Schluss mit der Vater-Mutter-Kind-Heuchelei: Die perfekte Familie gibt es nicht! Autorin und Illustratorin schaffen es, die Familie als einzigartiges Konstrukt mit enormer Vielfältigkeit darzustellen. Und während jeder, der dieses Buch liest oder vorliest und die lustigen, gutgelaunten Illustrationen dazu betrachtet, sich noch überlegt, was für einer wunderbar seltsamen, skurrilen Familie er eigentlich selbst angehört, wird eines klar: Ob gut oder schlecht, egal was deine Familie ausmacht, sie ist deine Familie und immer was besonderes für Dich!

Katrin Czerwinka

www.kinderbuch-couch.de

 

Sarah Welk/Sharon Harmer

Ziemlich beste Schwestern – Quatsch mit Soße

Kinderbuch / ab 7 Jahren

126 Seiten

Das Lernen von Buchstaben, sie zu Wörtern, Sätzen und ganzen Geschichten zusammenzusetzen, ist mitunter ziemlich anstrengend. Dann soll wenigstens das Lesen Spaß machen und Geschichten den Leser zum Lachen bringen. Sarah Welks neue Erstlesereihe "Ziemlich beste Schwestern" tut dies auf jeden Fall, wie uns der erste Band "Quatsch mit Soße" bewies.

Willkommen in der Welt von Mimi und Flo

Mimi und Flo sind die besten Schwestern die Welt. Mimi ist sieben, ein richtiges Schulkind, und kann schon lesen und schreiben. Flo, die eigentlich Florentine heißt, ist erst fünf, geht noch in den Kindergarten, fühlt sich aber schon ziemlich groß. Zusammen mit Mama, Papa, den Kaninchen Knolle und Bolle und Katze Kalle wohnen sie in einem kleinen Ort. Bei Mimi und Flo ist immer etwas los. Sie überreden ihren Cousin mit dem Traktor ein großes Loch in den Garten zu graben, um einen Teich für das Nilpferdbaby anzulegen, das sie adoptieren wollen. Sie lassen kleine Mäuse in ihr Puppenhaus einziehen, um ihnen Zirkuskunststückchen beizubringen und backen heimlich einen Geburtstagsüberraschungskuchen. Dabei geht natürlich so einiges schief und die beiden richten manches Mal ein heilloses Durcheinander an.

Turbulent und witzig

Herzlich willkommen bei den beiden besten und witzigsten Schwestern der Welt. Sarah Welk hat eine Kinderbuchreihe für Mädchen gestartet, die turbulent, witzig und chaotisch ist. Dabei versetzt sich die Autorin in die Rolle von Mimi, der älteren der beiden, und erzählt die Geschichten aus ihrer eigenen Sicht. Herrlich komisch und mit einer wunderbar authentischen Sprache können wir miterleben, was die beiden Schwestern für Schabernack - eben Quatsch mit Soße - aushecken. Man kann über ihre Einfälle und Ideen einfach nur lachen, wenn sie uns mit kindlicher Überzeugung die Welt erklären. Wenn sie durch gutgemeinte Absicht absolutes Chaos schaffen. Glücklicherweise bringen sie anschließend auch immer wieder alles in Ordnung. Wenngleich die Ereignisse natürlich frei erfunden sind, teilweise überzeichnet, um dadurch den Humor in das Geschehen einzubinden, greifen sie dennoch Themen aus dem Kinderalltag auf: den Geburtstag eines Cousins, Nachwuchs im Zoo oder Tierliebe.
Mimi ist die Ältere von beiden und daher auch meist die treibende Kraft. Aber nicht ausschließlich. Auch Flo bringt sich oft ein, hat so manchen witzigen Einfall (aus der Sicht der Schwestern natürlich brillanten) und kann so locker mit ihrer großen Schwester mithalten. Die beiden sind ein tolles Gespann, halten zusammen und sind immer füreinander da. Eben ziemlich beste Schwestern, so wie es der Titel sagt.
Das Buch spricht in erster Linie Mädchen an und wird aufgrund der beiden Protagonistinnen vermutlich eher selten von Jungs gelesen. Die darin enthaltenen Episoden kann man als kleine, für sich stehende Geschichten betrachten, die aber dennoch alle zusammen ein großes Gesamtbild ergeben. Dadurch eignen sie sich sehr gut zum Vorlesen, laden aber durch die Erstleseschrift auch zum Selberlesen ein. Jede Geschichte ist obendrein in mehrere Abschnitte unterteilt, so dass auch Erstleser immer wieder Gelegenheiten für Pausen haben.
In einem solch witzigen Buch dürfen natürlich die Illustrationen nicht fehlen. Diese stammen von Sharon Harmer und passen einfach wunderbar zu den Erzählungen, zu den Charakteren, zum gesamten Buch. Denn sie greifen den Witz und das Chaos auf, von dem Mimi hier erzählt.

Kurz gefasst ist "Ziemlich beste Schwestern: Quatsch mit Soße" ein großartiges Buch für Kinder und Erstleser ab sieben Jahren. Hier können sie die turbulenten und schrägen Abenteuer zweier weltbester Schwestern nachlesen, mit ihnen lachen und einfach tolle Lesestunden verbringen. Das Buch ist toll zum Vorlesen, aber ebenso prima zum selberlesen. Sarah Welk hat zwei Charaktere vorgestellt, von denen man sehr gerne mehr liest.

Rezension von Janett Cernohuby

https://www.janetts-meinung.de

 

Benjamin Tienti

Salon Salami – Einer ist immer besonders

Kinderbuch / ab 10 Jahren

160 Seiten

Hani Salmani ist zwölf Jahre alt und muss sich um den kleinen Bruder kümmern, denn die Mutter ist seit einiger Zeit verschwunden und der Vater arbeitet den ganzen Tag im Frisörsalon von Onkel Ibo, den Hani nicht mag. Ibo ist ständig in krumme Geschäfte verwickelt. Sie sind auch der Grund, warum Hanis Mutter unschuldig im Gefängnis sitzt. Das hat Hani herausgefunden und schmiedet nun einen ziemlich verrückten Plan, um ihrer Mutter zu helfen.

Ein Banküberfall bildet den furiosen Auftakt einer teils skurrilen, teils zu Herz gehenden, aber immer witzig-spannenden Geschichte, deren Hauptschauplatz der väterliche Friseursalon ist. Ich-Erzählerin Hani, die seit dem plötzlichen Verreisen ihrer Mutter den Alltag mit ihrem kleinen Bruder organisieren muss, berichtet in der flott vorangetriebenen Handlung, wie sie Licht ins Dunkel ihrer türkischen Familie bringen und herausfinden will, was wirklich mit ihrer Mutter passiert ist. In Null-Komma-nichts findet sich der Leser im Mikrokosmos einer bunten, aber differenziert dargestellten Vielfalt wieder, bei der selbst die Nebenfiguren von der Kindergärtnerin über Freunde bis zur Frau vom Jugendamt sorgfältig entwickelt sind. Benjamin Tienti begegnet all seinen Figuren mit großem Respekt – und die sich untereinander meistens auch. Ohne Klischees wird hier ein schwieriges Thema leicht erzählt.

https://www.df-jugendliteraturpreis.eu