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Thema des Monats April: Gespenstisches

 

Otfried Preußler / Daniel Napp

Das kleine Gespenst – Tohuwabohu auf Burg Eulenstein

Bilderbuch / ab 4 Jahren

32 Seiten

 

Janett Cernohuby

Eines der bekanntesten Werke des erfolgreichen Kinderbuchautors Otfried Preußler ist "Das kleine Gespenst". Mittlerweile feiert es seinen 50. Jahrestag, was Grund genug für ein neues Abenteuer ist. Dieses kommt als Bilderbuch zu seinen Lesern und trägt den Titel "Tohwabohu auf Burg Eulenstein".

Nacht für Nacht erwacht das kleine Gespenst pünktlich zur Geisterstunde. Dann kommt es aus seiner Kiste und fliegt durch die Burg, wobei ihm seine dreizehn Schlüssel jede Tür öffnen. Doch in dieser Nacht ist etwas andes. Der Uhu Schuhu erzählt, dass am Tag ein riesiger Radau auf der Burg herrschte. Das Burgmuseum wurde neu eingeräumt. Sofort will das kleine Gespenst losfliegen und nachschauen, was es dort Neues gibt. Dabei nimmt es nicht nur alles genau unter die Lupe und räumt dabei auch gleich noch etwas um. Eine goldene Taschenuhr wandert in den Nachttopf und die Münzen sowie Siegelringe landen in die Suppenschüssel. Sehr zum Missfallen von Burgverwalter Finsterwalder. Der beschließt sich auf die Lauer zu legen und das kleine Gespenst zu fangen.

Seit nunmehr 50 Jahre geistert das kleine Gespenst durch Burg Eulenstein und zahlreiche Kinderzimmer. Das ist Grund genug, ihm erstmalig auch ein Bilderbuch zu widmen. Die Geschichte hierfür basiert natürlich auf den Ideen von Otfried Preußler, wurde aber von seiner Tochter Susanne Preußler-Bitsch nacherzählt. Auch sie trifft den naiven-charmanten Tonfall, mit dem schon Otfried Preußler seine jungen Leser für sich gewann. Poetisch und stimmungsvoll erzählt auch seine Tochter von dem kleinen Nachtgespenst, wenn es in der Geisterstunde durch die Burg spukt und Schabernack treibt.

Allmählich baut sich die Handlung auf. Zunächst wird Kindern erst einmal das kleine Gespenst vorgestellt, wie es aussieht und was es Nacht für Nacht im Schloss macht. Erst dann wird mit dem eigentlichen Abenteuer begonnen. Und was das für ein Abenteuer ist! Voller gespenstischem Schabernack und schelmischen Streichen fliegt das Gespenst durch Schloss und Handlung und bringt dabei so manches durcheinander. Natürlich bleibt das nicht lange unbemerkt und so geht der Burgverwalter auf Geisterjagd. An dieser Stelle kippt das Buch qualitativ ein wenig. Es scheint, die Autorin hätte gemerkt, dass nicht mehr viel Raum für die Handlung da ist. Die Handlung wird überstürzt und abrupt beendet, was ihr ein wenig den Zauber nimmt, dem diesem Bilderbuch sonst innewohnt. Aber eben nur ein wenig, denn letztendlich kann es dennoch mit seinem kindgerechten Stil, der zeitlosen Erzählung und dem liebenswerten, neugierigen und wissensdurstigen Gespenst überzeugen.

Die Illustrationen stammen von Daniel Napp. Er hat bereits andere Bilderbuch-Adaptionen von Otfried Preußler gezeichnet und zeigt auch bei diesem wieder sein Können. Die Bilder sind ebenso charmant und zauberhaft, wie die eigentliche Geschichte. Stimmungsvoll, aber niemals schaurig erzählen sie auf ihre Art das Abenteuer nach und begeistern Kinder wie Eltern gleichermaßen.

"Das kleine Gespenst: Tohuwabohu auf Burg Eulenstein" ist ein tolles neues Abenteuer eines alten Kinderbuchhelden. Susanne Preußler-Bitsch führt, bis auf eine kleine Schwachstelle, die Geschichten wunderbar weiter. Nichts gibt dem Leser das Gefühl, hier etwas anderes als ein Werk von Otfried Preußler vorliegen zu haben. Trotz seines etwas schwachen Endes ist es ein tolles Bilderbuch, das wir nicht nur allen Ottfried Preußler Fans empfehlen können.

 

www.janetts-meinung.de

 

 

Irmgard Kramer

Pfeffer, Minze und das Schulgespenst

Kinderbuch / ab 5 Jahren

112 Seiten

 

Kinderbücher über die Schule sind toll! Besonders, weil sie für die Zielgruppe der Grundschulkinder hochaktuell und lebensnah sind. Pfeffers erstes Schulabenteuer kam pünktlich vor der Einschulung. Mit "Pfeffer, Minze und das Schulgespenst" erschien jetzt der zweite Band einer hoffentlich noch lange fortgeführten Reihe. Jedes Buch ist für sich abgeschlossen. Kinder freuen sich zwar immer über bekannte Charaktere, diese werden aber im zweiten Band so eingeführt, dass man jedes Buch auch eigenständig lesen kann.

Pfeffer hat in der ersten Klasse eine tolle Lehrerin bekommen. Er mag sie sehr, möchte ihr das auch zeigen, indem er ihr eine Freude macht. Denn Pfeffer weiß, dass auch Lehrer manchmal Angst haben. Seine Lehrerin, Lina Kaminzki - Minze -, hatte Bammel vor der neuen Klasse, ihren umfangreichen Aufgaben, und jetzt vor dem ersten Elternabend. Genau das macht die Geschichte so reizend. Kinder und Erwachsene sind nicht unfehlbar und nicht immer sorglos. Minze ist eine junge Lehrerin und hat vor manchen Dingen Magengrummeln. Sie möchte alles gut und richtig machen. Zum Beispiel will sie den Kindern mit dem erfundenen Schulgespenst ein spannendes Lernen ermöglichen. Doch dann geht das Ganze nach hinten los, wird zu so viel Arbeitsaufwand, dass die Minze ihn unmöglich alleine bewältigen kann. Zum Glück bekommt Pfeffer Wind von der Sache. Er und seine Freunde wollen Frau Kaminzki helfen. Man kann sich vorstellen, dass das herrlich lustig und turbulent wird.

Autorin Irmgard Kramer weiß, wovon sie schreibt. Schließlich war sie selbst mal Grundschullehrerin. Themen des Schulalltags werden sehr anschaulich und feinfühlig wiedergegeben. Auch ernsthaftere Angelegenheiten finden ihren Platz, wie die persönlichen Sorgen einer Mitschülerin.

Pfeffers neueste Geschichte, und die seiner Lehrerin Minze, ist ein Vorlesespaß für die ganze Familie. Wirklich, hier haben Kinder und Erwachsene Freude. Für Kinder gibt es viel zu lachen und eine humorvoll-lebensnahe, leicht spannende, Handlung. Und selbst für die Vorlesenden gibt es humoristische Parts, die aus dem Alltag bekannt sind, und versteckt alleine für Erwachsene gedacht sind.

Damaris wurde schon mit dem ersten Buch zum Fan von Pfeffer und Minze. "Pfeffer, Minze und das Schulgespenst" ist eine tolle Fortsetzung und gleichzeitig ein problemlos zu lesender Einzelband. Die Geschichte ist sehr lebensnah und hat trotzdem einen lustigen Unterton und eine hilfsbereite Haltung. Pfeffer, seine Freunde und Lehrerin Minze sollten ein fester Bestandteil im Regal von Grundschulkindern sein. Zuerst als Vorlesebuch, später zum Selberlesen.

www.damarisliest-mini.de

 

 

Kester Schlenz / Maximilian Meinzold

Jagd über das Teufelsmeer – Geister-Gang Bd. 2

Kinderbuch / ab 10 Jahren

192 Seiten

 

Till und Bea und ihre Freunde, der Geist des Piraten Störtebeker, der sprechende Spatz Horst und das Vampirhörnchen Stribbi müssen zurück in die Unterwelt. Ihr Freund Meck wurde von finsteren Mächten dorthin entführt. Die Rettungstruppe stößt auf allerhand merkwürdige Wesen, muss Abenteuer ähnlich wie Odysseus bestehen und die gefährlichen Zombiepiraten überwinden. Mit List und Tücke schaffen es die Freunde, Meck zu retten und die Unterwelt rechtzeitig wieder zu verlassen. - Auch der 2. Band um die Geister-Gang (Band 1 in diesem Heft) besticht durch gruselige Schauplätze, skurrile Figuren und überraschende Wendungen. Dem Autor gelingt nach über 10 Jahren ein gelungener Anschluss an den Vorgänger und vermag den Leser immer wieder zu erstaunen und zu fesseln. Toll gelungen sind die Illustrationen, die einzelne Szenen wunderbar verbildlichen. Schon das Titelbild ist ein Hingucker. Eine gruselige Lektüre voller Humor für Mädchen und Jungen.

www.borromaeusverein.de

 

 

Raina Telgemeier

Fantasmi

Graphic Novel / ab 11 Jahren

239 Seiten

 

orango

A Bahía de la Luna il sole splende solo 62 giorni all’anno. Nonostante sia affacciata sul mare, non è una cittadina molto allegra, è grigia e ventosa e immersa nella nebbia. E gli abitanti sono parecchio strani: credono ai fantasmi. Quando Cat capisce in che posto si è trasferita con la famiglia, non può che rimpiangere la vecchia scuola, i vecchi amici e tutto quello che si è lasciata alle spalle. Ma poi pensa che se si trovano lì è solo per il bene della sua sorellina Maya, e la nostalgia si fa un po’ da parte.

Il clima di quella cittadina desolata è l’ideale per Maya, che soffre di una grave malattia respiratoria. Si chiama fibrosi cistica. Ed è incurabile. Ma lei non si lascia condizionare né abbattere, anzi. Ha capito il valore di ogni respiro e ha imparato a godersi la vita e a guardare il mondo con occhi sorridenti e sognanti. Anche in quella cittadina triste non perde occasione di correre fuori di casa per soddisfare la sua curiosità e lasciarsi sorprendere dalla bellezza che potrebbe incontrare.

Per Cat, invece, è tutto diverso. Lei è spaventata dalla malattia della sorellina e farebbe di tutto per proteggerla e tenerla al sicuro da qualsiasi pericolo, senza rendersi conto che in questo modo le impedisce di scoprire la vita. E appena sente nominare i fantasmi, il suo obiettivo è uno solo: fare in modo che restino il più lontano possibile. Ma dovrà fare i conti con il desiderio di Maya, che non vede l’ora di incontrarne uno per parlargli e chiedergli cosa succede quando si muore. E soprattutto con il Día de los Muertos, che si si sta facendo sempre più vicino.

Raina Telgemeier scrive e disegna un altro graphic novel bellissimo. Stavolta la tavolozza dei colori si fa più fredda e più cupa, ma c’è sempre posto per la dolcezza e la vitalità, che emergono dal suo stile cartoony e dalla sua capacità di rendere indimenticabile qualsiasi espressione. Non è per niente facile affrontare tematiche come la paura, la malattia e la morte con così grande empatia, ma Raina riesce alla perfezione. E quello che ci consegna è un racconto dove i fantasmi non fanno paura, perché danzano, ridono e giocano proprio come noi, dove la vita viene celebrata alla massima potenza, e dove la morte, anche se porta con sé il dolore e la perdita, non potrà causare la fine dell’amore.

chiediloallorango.wordpress.com 

 

 

Thema des Monats März: Verrückte Hühner!

 

Emma Levey

Klara Gluck

Bilderbuch / ab 3 Jahren
32 Seiten

Klara Gluck liebt Eier. Sie kann an nichts anderes denken als an Eier. Sie träumt sogar von ihnen. Einmal hatte Klara selbst ein Ei gelegt, aber es war kein Küken daraus geschlüpft. Ob groß oder klein – Klara Gluck liebt sie alle. Und ein eigenes Ei, das wäre ihr größtes Glück. Alle Gedanken und Träume machen das Huhn sehr traurig. Da hat sie eine Idee: Wenn sie selbst kein Ei legen kann, dann würde sie eben eines finden. Sie würde ganz viele Eier finden.

Klara packt ihre Koffer und verlässt ihr Zuhause. Auf der Suche nach verwaisten Eiern rudert sie tagelang über stürmische Meere, kämpft gegen schwere Unwetter, und taucht in die die tiefsten Tiefen der Ozeane. Klara sieht viele Dörfer, segelt über riesige Städte und klettert über hohe Dächer. Jedes vergessene Ei nimmt sie in ihre Obhut. Das Ausbrüten so vieler Eier ist nicht einfach, aber Klara Gluck ist glücklich. Tage, Wochen vergehen, bis endlich – Kratz! Knacks! Krach! – ein großes Schlüpfen beginnt. Und Klara staunt nicht schlecht, was da alles so schlüpft…

Liebe, Halt und Herz – das sind die Zutaten für Klara Glucks turbulente Großfamilie. Die britische Autorin und Illustratorin Emma Levey zeigt mit „Klara Gluck“* auf wunderbar unterhaltsame Weise wie Familien zusammenfinden. Das kann ganz schön vielfältig und bunt sein. Ob Patchwork-, Regenbogen- oder Ein-Eltern-Familien – Familie ist eine Herzensangelegenheit. Familie ist Liebe, Verantwortungsgefühl und Mut. Eine liebevolle Botschaft über das Geschenk des Lebens und seine Vielfalt in einer farbenfrohen illustrierten Geschichte.

Die Illustrationen verlaufen mit Schwung und wechselnden Perspektiven von Seite zu Seite und bilden immer wieder eine neue Struktur. Worte erstrecken sich über große Berge, schwimmen mit den Wellen oder rutschen von Dachrinnen herunter. Bild und Text sind so lebhaft miteinander verbunden, dass sie zusammen die gefühlvolle, turbulente und wunderschöne Geschichte erzählen. Ein Kinderbuch mit ganz viel Herz und Charme!

Eure Janet

www.kinderbuchlesen.de

 

 

Kristina Andres

Bauer sucht Hahn

Kinderbuch / ab 4 Jahren
32 Seiten

von Sabine Planka

Eine Horde Hühner, die alles macht, was sie will, aber nicht was sie soll, nämlich Eier legen und den Hühnerstall aufräumen. Das geht gar nicht – diesem bunten Treiben muss Einhalt geboten werden. Das denkt sich der Bauer und will einen Hahn anschaffen, der für Ordnung sorgt. Und damit nimmt das turbulente Abenteuer für Kinder ab vier Jahren seinen Lauf.

Die Hennen von Bauer Klein machen, was sie wollen:

"Sie hausten so liederlich, dass es eine rechte Plage mit ihnen war. Weder misteten sie ihren Stall aus, noch schüttelten sie das Stroh in ihren Nestern auf. Alles ließen sie herumliegen. Gelüftet wurde nie, außer wenn eine von ihnen das Fenster zu schließen vergaß, nachdem sie eine schmutzige Socke hinausgeworfen hatte. Eier legten sie, wie es ihnen einfiel. Mal eins, mal acht, mal keins. Zu Ostern, wenn Bauer Klein viele Eier brauchte, legten sie überhaupt keine. Aber am Montag eine Woche danach, wenn einem jeden übel wurde, der auch nur ein bisschen an Eier dachte, legten sie neunundneunzig auf einen Schlag. „Hier muss ein Hahn her, der Ordnung schafft!", dachte Bauer Klein."

Gesagt getan: Bauer Klein fährt auf den Markt und kauft einen teuren Hahn, natürlich nur den besten für seine Hühner. Denen ist das – gelinde gesagt – ziemlich schnuppe: Sie werfen den Hahn hochkant hinaus, direkt in den Misthaufen. Dem nächsten Hahn ergeht es nicht besser: Er will, dass die Hennen sich zu allem, was er sagt, Notizen machen. Auch er landet auf dem Misthaufen. Auch die Hähne drei bis 33 landen dort – und die Hennen erscheinen unverbesserlich.

Bauer Klein ist pleite – und zieht daher selbst in den Hühnerstall. Er räumt auf, putzt, klettert "im Morgengrauen aufs Stalldach und krähte, kochte dann Kaffee, fegte den Stall aus und schüttelte das Stroh auf. Las den Hennen aus der Zeitung vor, buk Apfelkuchen und kochte Regenwürmer mit Tomatensoße."

Es geschieht kein großes, sondern ein kleines, überraschendes Wunder:

"Brigitte, Hanni, Grete, Frieda, Emma, Olga, Susi, Helga, Gundula und Waltraud legten ihre Eier immer noch, wie es ihnen einfiel, und weil der Bauer ohnehin jeden Freitag aufräumte, ließen sie noch mehr herumliegen als früher. Es war eine rechte Plage mit ihnen. Aber manchmal, wenn die Hennen nicht hinsahen, warf auch Herr Klein seine schmutzigen Socken aus dem Fenster."

Kristina Andres ist eine humorvolle Geschichte gelungen, die sich ganz um das Thema Ordnung dreht. Sie erinnert damit an Bücher wie Aufräumen? Mach ich morgen. Geschichten von Monty Maulwurf (Greta Carolat und Susanne Mais), worin ein kleiner Maulwurf ebenfalls keine Lust hat, für Ordnung in seinem Zimmer zu sorgen. Während in diesem Buch – wie in den meisten dieser Art – der Protagonist irgendwann einsieht, dass Aufräumen notwendig ist, persifliert Andres die Thematik in Bauer sucht Hahn und lässt die Hühner erfrischend renitent bleiben, bis sie es schaffen, ihren Bauern umzuerziehen. Nun räumt er für die Hühner auf und übernimmt dabei sogar Eigenschaften von ihnen. Wer will, kann auch emanzipatorische Tendenzen in die Geschichte hineininterpretieren: Die Hühner, die sich von einem Hahn gar nichts sagen und vorschreiben lassen, sondern frei und selbstbestimmt ihr Leben so leben, wie sie es wollen und sich dabei wohlfühlen. Dass dabei die Ordnung auf der Strecke bleibt, ist zumindest den Hühnern egal – und später auch dem Bauern, der hin und wieder die sprichwörtlichen Fünfe gerade sein lässt.

Die Bilder, die den humorvollen Text illustrieren, folgen der linear-chronologisch angelegten Narration, so dass Text- und Bildebene ineinandergreifen und den Erzählprozess auf beiden Ebenen vorantreiben (vgl. dazu Thiele 2002, S. 231f.). Die Bilder selbst, mit feinen Strichen detailreich ausgestaltet und koloriert, sind reich an Details und laden den Leser zu ausführlichen Betrachtungen ein. Gerade dem Detailreichtum und den feinen Linien ist es geschuldet, dass z. B. die Emotionen der Figuren deutlich zutage treten. So werden die Hühner, die mit eigenen Namen zu individuellen Persönlichkeiten werden, für den Leser auch optisch unterscheidbar und gehen nicht im Kollektiv unter.

Der Text richtet sich an geübte Leser, die bereits längere Textpassagen eigenständig lesen können. Andres' Buch eignet sich zudem sehr gut zum Vorlesen und ermöglicht durch die ganz-, mitunter doppelseitig angelegten Illustrationen eine gleichzeitige Betrachtung. Die Bilder laden allein für sich genommen und auch einzeln betrachtet zum Verweilen ein und verstehen es, den Betrachter zu unterhalten.

Kristina Andres ist eine humorvolle und dabei feinsinnige Geschichte über Ordnung, Unordnung und das Wohlfühlen gelungen, die sich an Rezipienten ab vier Jahren richtet und mit dem Thema Aufräumen eine Notwendigkeit aufgreift, mit der Leser immer wieder konfrontiert werden. Doch Andres zeigt: Vieles sollte man einfach (selbst) machen – und Vieles auch gar nicht so eng sehen.

www.kinderundjugendmedien.de

 

Jill Tomlinson

La gallina che non mollava mai

Kinderbuch / ab 6 Jahren
112 Seiten

 

Hilda è una gallina tenace, vuole andare a tutti i costi a trovare i pulcini della sua amica, che sono nati in un'altra fattoria molto lontana da quella in cui vive e impiega ogni mezzo per raggiungerli (il camioncino del latte, l'auto dei pompieri, il rullo compressore per l'asfalto). Quando finalmente, dopo molte peripezie li raggiunge e li vede, Hilda si rende conto che pur essendo una gallina da uova deve assolutamente avere una sua nidiata di pulcini. E quando Hilda si mette in testa qualcosa niente o nessuno può fermarla!

Entusiasmante. Questa è la definizione data dal mio bambino dopo aver letto quest'avventura. Avvincente, aggiungo io per tutti quei primi lettori che hanno bisogno di avere la conferma che se usiamo tenacia e coraggio tutto è possibile.

www.lafeltrinelli.it

 

 

Karsten Teich / Eva Muszynski

Cowboy Klaus und die harten Hühner

Kinderbuch / ab 6 Jahren
38 Seiten

Von Claudia Kursawe

Cowboy zu sein ist gar nicht einfach. Besonders, wenn man nicht nur am Lager­feuer herumlungert und danach lässig dem Sonnenaufgang entgegen reitet.
Cowboy Klaus lebt stattdessen mit Kuh Rosi und Schwein Lisa auf der Farm «Kleines Glück». Den LeserInnen ist er bekannt, da sie bereits drei verrückte Abenteuer mit ihm durchgestanden haben. Diesmal wird er von einer Bande schräger Hühner heim­gesucht: Sie finden bei ihm Zuflucht vor dem hungrigen Kojoten. Mit im Gepäck haben sie ein grosses, grünes Ei. Sie zap­peln und gackern und wollen auch noch unbedingt mit dem Kochgeschirr Musik machen! Schliesslich müssten sie für ih­ren Auftritt proben. «Wie kann man die nur wieder loswerden?», rätselt der genervte Cowboy und hat einen fatalen Einfall. Doch das Happy End ist garantiert.
Lustvoll kann man diesem Kurzkrimi folgen. Der Text spielt mit Sprichwörtern und dem Sprachfehler der Hühner auf die Silbe «Ga» (so zum Beispiel bei «Ga–Ga–Ganove»). Lautmalerische Wörter, aus Comics bekannt, begleiten die Geschichte und lockern sie auf.
Unverwechselbar ist die witzige und schwungvoll gezeichnete Bildwelt von Karsten Teich, die diesmal besonders farbig leuchtet. Einmal erzählen sogar viele kleine Bilder nebeneinander, Schnappschüssen gleich, wie die Hühner das grüne Ei gerettet haben. Das Zusammenspiel von Bild und Text funktioniert hervorra­gend. Beide ergänzen sich gegenseitig und steigern die Spannung. Als endlich «Mari-Hatschi» auftaucht, der Chef der Hühnerbande, sind die Lacher garantiert.

www.sikjm.ch

 

Britta Teckentrup

Das Ei

Sachbuch / ab 6 Jahren
96 Seiten

Von Eva Hepper

Das Ei ist gerade rund um die Osterzeit überall präsent. Doch woraus bestehen Eier überhaupt? Und was passiert in so einem Ei? Und wer legt eigentlich Eier – außer Singvögel, Hühner und Enten? Britta Teckentrup gibt Antwort.

Obwohl sie einen besonderen Zauber verströmt, könnte die Illustration aus einem Geometriebuch stammen: Auf einem mattgrünen Hintergrund schweben gleichsam fünf kreisähnliche Formen. Eine ist weiß und winzig klein wie ein Vogelschiss, eine andere beige und handtellergroß.

Die Größte, mondlichtfarben, erscheint nur im Anschnitt und das schwarze Oval in der Mitte hat den Umfang einer Pampelmuse. Die letzte Form gleicht in Umriss und Farbe einem (braunen) Hühnerei.

Doch mit Geometrie haben diese Gebilde nichts zu tun. Es handelt sich tatsächlich nicht um Kreise, sondern um Eier in Originalgröße. Das des Huhns ist problemlos zu erkennen, die anderen aber sind nicht so leicht zuzuordnen. Wer weiß denn schon, dass das Ei des Kolibris klein wie ein Fleck ist (zehn Millimeter), oder wie das Gelege des Emus, des Strauß’ oder des Elefantenvogels aussieht?

Lehrreich und betörend schön ist diese Zeichnung der Eier im Größenvergleich. Sie ist ein typisches Werk von Britta Teckentrup, die sich mit zahlreichen, oftmals preisgekrönten Kinderbüchern einen Namen gemacht hat. Nach Veröffentlichungen zu Bienen und zum Wetter (2016 nominiert für den deutschen Kinder- und Jugendbuchpreis) hat sich die Illustratorin nun „Das Ei“ vorgenommen.

Zunächst nähert sich Teckentrup diesem „Wunder der Natur“ wie eine der Oologie (Vogeleierkunde) verpflichtete Wissenschaftlerin. Sie schreibt über Formen, Farben, Beschaffenheit und Gewicht, über die perfekte Konstruktion, Zerbrechlichkeit und Widerstandsfähigkeit, über Einsprengsel, Flecken und Streifen.

Anschließend porträtiert die in London lebende unter anderem am „Royal College of Art“ ausgebildete Künstlerin viele verschiedene Vogelarten mit ihren jeweils unterschiedlichen Gelegen und dem Variantenreichtum ihres Nestbaus.

Doch Eier legen auch Insekten, Reptilien, Fische und sogar Säuger. Auch ihnen widmet sich Britta Teckentrup, bevor sie im letzten Kapitel das Ei aus kulturwissenschaftlicher Sicht beleuchtet.

Das ist fesselnd zu lesen. Wenn die Autorin beispielsweise erläutert, dass die Eier der Felsennister selbstreinigende Schalen haben, sich ein rohes Ei in der Hand liegend kaum zerdrücken lässt, oder alle Küken einer Flamingo-Kolonie ungefähr zur gleichen Zeit schlüpfen, ist man vom Wunder Ei gefangen. Ebenso wie von der Tatsache, dass ein kaiserliches Fabergé-Ei für über 20 Millionen Euro gehandelt wird.

Dass die Begeisterung der Autorin schließlich vollends auf die Leser überspringt, verdankt sich den hinreißenden Illustrationen, die jeweils einer Seite Text gegenüberstehen.

Britta Teckentrup setzt auf zarte, poetische Bilder, und porträtiert ihre Protagonisten in naturalistischem Stil auf einfarbigen Hintergründen mit klarem Strich und pastellenen Tönen. Da sie verschiedene Drucktechniken anwendet, gleicht kein Bild dem anderen, und doch trägt jedes ihre Handschrift.

Egal ob sie Pinguine beim Brüten zeigt, Spechte im Nest oder Dutzende von farbigen Schmetterlingen auf hellem Grund: jedes ihrer Bilder ist ein kleines Kunstwerk. Beeindruckend!

www.deutschlandfunkkultur.de

 

 

Kelly Jones

7 Hühner – Entschlossen & wild

Kinderbuch / ab 9 Jahren
240 Seiten

Kinder traut man die Verantwortung über ein Haustier nicht immer zu. Man hat Zweifel, ob sie nicht irgendwann das Interesse an der mitunter intensiven Pflege und Beschäftigung verlieren. Die Heldin aus Kelly Jones Kinderbuch "7 Hühner: Entschlossen & wild" hat gar keine Zeit, sich diese Fragen überhaupt zu stellen. Zum einen, weil sich die Ereignisse überschlagen, zum anderen, weil sie tatsächlich alles für ihre neuen Schützlinge tut. Davon erzählt das witzige Kinderbuch".

Sophies Eltern haben die Farm des verstorbenen Großonkels geerbt und sind von Los Angeles aufs Land gezogen. Doch was sie hier vorfinden, entspricht nicht ganz ihren Vorstellungen. Überall liegt viel Krempel herum und von Tieren fehlt auf der Farm jede Spur. Das kommt Sophie natürlich sehr seltsam vor, war ihr Großonkel doch Hühnerzüchter. Dann findet sie bei ihren Streifzügen über die Farm ein kleines Hühnerhaus mit einem kleinen weißen Huhn. Dieses tauft sie kurzerhand auf den Namen Henrietta. Doch Henrietta ist kein gewöhnliches Huhn, im Gegenteil. Als Sophie vergisst den Trinknapf aufzufüllen, beweist Henrietta ihre telekinetischen Fähigkeiten. Nach und nach tauchen immer weitere Hühner auf und Sophie hat plötzlich alle Hände voll zu tun, den verrückten, bunten Haufen zusammenzuhalten und zu versorgen. Dabei dürfen ihre Eltern von alldem nichts wissen. Obendrein treibt sich ein Hühnerdieb in der Gegend herum…

Zunächst könnte man glauben, Kelly Jones legt mit ihrem Kinderbuch einen Roman über ein armes, verzweifeltes Mädchen vor, das von der Großstadt in die Provinz gezogen ist. Irrtum. Zwar ist dies die Ausgangssituation, jedoch für die Handlung völlig unbedeutend. Denn Sophie macht nicht nur das Beste aus ihrem neuen Zuhause und Leben, sie bekommt auch ziemlich bald eine verantwortungsvolle Aufgabe: Sie soll sich um Hühner kümmern. Sehr außergewöhnliche Hühner, wie Sophie nach einer Weile feststellen wird.

Genau hierin liegt der Charme des Buches. Anstatt ein sich selbst bemitleidendes Mädchen zu treffen, begegnen wir der sehr selbstbewussten und lebendigen Sophie. Sofort fühlt sie sich für die Hühner ihres verstorbenen Großonkels verantwortlich. Doch sie muss die Tiere vor ihren Eltern aus unterschiedlichen Gründen geheim halten. Das wird nicht leicht, wenn zudem ein Hühnerdieb durch die Gegend schleicht.. Und so halten turbulente Situationen den Leser bei Laune.

Geschrieben ist die Geschichte in Briefform. Sophie erzählt die Erlebnisse in ihrem neuen Zuhause in Briefen schickt sie ihrer verstorbenen Großmutter und natürlich dem verstorbenen Großonkel. Einige Briefe gehen auch an die Besitzerin einer Farm für besondere Hühner. Diese Frau wird im Laufe der Geschichte noch eine besondere Rolle spielen, doch wir wollen an dieser Stelle nicht verraten welche. Hier hat Autorin Kelly Jones eine überraschende Wendung geschaffen, die man so nicht erwartet hätte. Wenngleich dem Leser von Anfang an klar ist, dass mehr hinter dieser Geflügelfarm steckt, als Sophie zunächst in Erfahrung bringen kann.

Und so entfaltet sich eine tolle, kurzweilige Geschichte über ein Stadtmädchen das aufs Land gezogen ist, dort eine kleine Schar Hühner findet und sie aufnimmt. Diese bringen ihr Leben erst recht ziemlich durcheinander. Für den Leser bedeutet das lustigen Lesespaß.

"7 Hühner: Entschlossen & wild" ist ein witziger und humorvoller Roman. In Briefform geschrieben, bringt er nicht nur eine charmante Handlung mit humorvollen Passagen, witzigen schwarz-weißen Illustrationen mit, sondern enthält sogar ein klein wenig Magie. Ein tolles Abenteuer, ganz egal ob man Hühnerfreund ist oder (noch) nicht.

www.janetts-meinung.de

 

 

Thema des Monats Februar: Wie? Was? Warum? Wissens-Bücherhema

 

 

Birgit und Stefan Kippenberger

Wo ist die Wurst? Ein klärendes Sachbuch

Sachbuch / ab 4 Jahren
40 Seiten

Ein stinkiges Thema

Als Eddi und Zoe draußen spielen, muss Eddi mal. Zum Glück darf er schnell bei den Nachbarn gehen, statt zurück in den fünften Stock zu laufen. Doch ihh, Herr Sperling hat vergessen zu ziehen. Schnell spült Frau Sperling die Wurst hinunter. Danach fragt Eddi sich, wohin die Wurst wohl verschwunden ist. Herr Sperling zeigt den Kindern zunächst, wo in der Straße der Kanal verläuft, dann besichtigt er mit ihnen die Kläranlage, wo der nette Chef ganz genau erklärt, was mit den Abwässern passiert. Am Ende bekommen sie ein Tütchen mit getrockneten Schlamm geschenkt, mit dem sie die Balkonpflanzen düngen können.

„Wir suchen die Wurst von dem Herrn Sperling“, sagt Eddi.
„Na, dann schauen wir doch mal, ob wir sie finden“, sagt Herr Schäfer.

Das Buch endet mit einigen informativen Fakten und einem kleinen Quiz zum Raten und Schätzen.

Was kommt nach der Klospülung?

Ausscheidungen sind spannend und jedes Kind möchte wissen, was eigentlich damit passiert, nachdem man die Klospülung betätigt hat. Dem wird hier nachgespürt: von der Toilette über den Kanal in der Straße, Schritt für Schritt in der Kläranlage bis hin zum Trinkwasser aus dem Hahn. Lustig wird die Geschichte, weil Eddi immer wieder nach der Wurst von Herrn Sperling fragt, dem das ziemlich peinlich ist.

„Am Ende der Stange ist ein großer Besen. Damit werden der Sand und die anderen schweren Sachen in ein Loch gekehrt. Wenn das Loch voll ist, werden die Sachen mit einem Schlauch aus dem Becken herausgepumpt und zum Trocknen zu Haufen aufgetürmt. Den getrockneten Sand kann man dann zum Häuserbauen verwenden.“

Der Text ist gut verständlich mit viel wörtlicher Rede, die auch farblich hervorgehoben ist. Eddis Worte sind rot, Zoes grün, Herr Sperlings hell- und Herrn Schäfers dunkelbraun. Das macht das Buch schön bunt. Die Bilder sind sehr vereinfacht, aber doch so, dass die technischen Abläufe zu erkennen sind. Die Personen sind ebenfalls sehr vereinfacht dargestellt, sie erinnern an Karikaturen.

Die abschließenden Fakten und das Quiz sind eine tolle Abrundung des Buches. Wer wollte nicht schon immer mal wissen, wie viel Zeit unseres Lebens wir auf dem Klo verbringen oder wie viel Blätter Klopapier auf einer Rolle sind? Kinder lieben solches etwas abwegiges Angeberwissen.

Fazit: Ein sehr überzeugendes Bilderbuch, das mit Spaß Wissen zu einem für Kinder von 5 bis 7 Jahren sehr spannendem Thema vermittelt.

kinderohren.wordpress.com

 

Pavla Hanácková/Linh Dao

Warum Nilpferde nie allein sind

Sachbuch / ab 6 Jahren
36 Seiten

Manche "Freundschaften" aus dem Tier- und Pflanzenreich sind auch schon kleinen Lesern bekannt, dass z.B. Bienen und Insekten zum Bestäuben der Blüten nötig sind, aber die Symbiosen zwischen Tieren und Pflanzen sind überaus zahlreich. So pickt ein kleiner Vogel, der Madenhacker, Zebras und Nashörnern lästige Insekten aus Fell und Haut - reiche Nahrung für den nützlichen Helfer. Die gleiche Aufgabe erfüllen kleine Fische beim Nilpferd, Lippfische bieten in Korallenriffen regelrechte Putzstationen für größere Fische an, Myzelien (Pilzfasern) und Bäume schicken sich Signale, Ameisen sind Babysitter für Blattlauseier, Antilopen und Paviane warnen sich gegenseitig vor Gefahren, Einsiedlerkrebse tragen zum Schutz vor Feinden stechende Seeanemonen auf dem Rücken, der Honigdachs lässt sich vom Honiganzeiger, einem kleinen Vogel, zu Honigwaben führen, Kojote und Silberdachs helfen einander beim Beute aufspüren. Auf je einer Doppelseite werden 15 solcher außergewöhnlichen "Freundschaften" in der Tier- und Pflanzenwelt gezeigt, im Dorling-Kindersley-Stil arrangiert mit erklärenden Textabschnitten und bunten Illustrationen, zum leichteren Verständnis etwas "vermenschlicht" dargestellt. Ein gut gestaltetes, informatives Sachbilderbuch, das junge Leser/innen zum Staunen bringen wird. - Allen Büchereien gern empfohlen.

www.borromaeusverein.de

 

 

Ondrej Chrobák/Rostislav Korycánek/Martin Vanek

Wie kommt die Kunst ins Museum?

Sachbuch / ab 8 Jahren
72 Seiten

 

Buchbesprechung von Ulrike Sokul

„Wie kommt die Kunst ins Museum“ ist ein Sachbilderbuch, das Kindern anschaulich vermittelt, wie ein Museum funktioniert und wie interessant, bereichernd, kommunikativ und begegungsvielseitig ein Museumsbesuch sein kann.

Zunächst wird erklärt, daß öffentliche Museen, wie wir sie heutzutage kennen, eine verhältnismäßig neue gesellschaftliche Einrichtung sind. Früher gab es Adlige, die private Sammlungen mit Kunstwerken und Kuriositäten anlegten und diese auch von einem Verwalter pflegen und inventarisieren ließen. Diese Gemäldegalerien und Kuriositätenkabinette waren jedoch nur einem privilegierten Publikum und einigen Künstlern zugänglich und dienten – abgesehen von der Sammellust – dem Prestige des Sammlers.

Das hat sich inzwischen gründlich geändert. Viele Städte erhöhen gerne ihr kulturelles Prestige und ihre touristische Attraktivität durch gepflegte öffentliche Museen und besonders publikumswirksame Ausstellungen. Auf einer ausklappbaren Doppelseite zeigt das Buch steckbriefartig eine Auswahl von repräsentativen Museumsgebäuden vom Jahre 1471 an bis heute.

Nachdem wir solche historischen Hintergründe und Entwicklungen absolviert haben, können wir endlich ein Museum aufblättern und einen ausführlichen und detaillierten Blick in die Ausstellungsräume und hinter die Kulissen werfen.

Hier gibt es vielfältige Arbeitsfelder: Von der Museumsdirektorin und dem Kurator über Verwaltungsangestellte, Restauratoren, Fotografen, Kassenpersonal, Museumsaufsicht und Hausmeister bis zur Raumpflegerin wird das Museumspersonal ebenfalls steckbrief-artig gleichsam aus dem Arbeitsleben gegriffen und in seinen jeweiligen Arbeitsbe- reichen dargestellt. Dabei kommentiert ein jeder seine Tätigkeit.

Neben der stillen Betrachtung einer Ausstellung bietet ein Museum auch geführte Besichtigungen an, außerdem museumspädagogische Werkstätten für Kinder und Erwachsene, in denen sich Besucher selber kreativ betätigen können. Vorträge zu museumsnahen Themen und auch künstlerische Aufführungen runden das kulturell-kommunikative Angebot ab.

„Wie kommt die Kunst ins Museum“ thematisiert zudem die Museumssicherheits- technik, den Erwerb und die sachgemäße Lagerung, Archivierung und Restaurierung von Kunstwerken sowie die unterschiedlichen Möglichkeiten, eine Sammlung zu präsentieren – also beispielsweise chronologisch oder thematisch.

Mehrere Seiten widmen sich der Vorbereitung und Präsentation einer neuen Ausstellung, die von der ersten Idee bis zur Vernissage in ihrer komplexen organisa- torischen, personellen und logistischen Leistung Schritt für Schritt beschrieben und gezeigt werden.

Die letzten Buchseiten enthalten ein bebildertes Glossar all der berühmten Kunstwerke, die in den vorhergehenden Szenerien zu sehen waren. Der Illustrator hat sie zwar in seinem flächigen Malstil nachgemalt, dennoch sind sie für den Kunstkenner unverkennbar zuzuordnen und für den kindlichen Betrachter wimmelsuchbildgemäß spielerisch wiederzufinden.

Das geschickte Layout bietet mit seinem farblichen und strukturellen Abwechslungsreichtum eine ebenso kunterbunt-verspielte wie klar-geordnete Perspektive auf dem Lebensraum eines Kunstmuseums. Die anschauliche Korrespondenz zwischen Text und graphisch-illustratorischer Darstellung unterstützt die kindgerechte Informationsvermittlung.

Die Texterläuterungen sind leicht zugänglich und konzentriert-informativ; sie werden mit amüsanten kleinen Anekdoten abgerundet. So habe ich etwa dazugelernt, daß die Eremitage in Sankt Petersburg das einzige Museum ist, in dem Katzen wohnen dürfen, und daß die Menschen, die Vernissagen eher wegen der Häppchen und Getränke besuchen als wegen der Kunst, Taubengeschwader genannt werden.

„Wie kommt die Kunst ins Museum“ lädt in Bild und Text zum vergnüglichen Entdecken ein und so kommt vielleicht neben der Kunst auch so manches Kind ins Museum.

leselebenszeichen.wordpress.com

 

Jürgen Brater

Was macht der U-Bahn-Fahrer, wenn er auf Toilette muss? 66 blitzgescheite Fragen rund um Alltag, Menschen und Tiere

Sachbuch / ab 10 Jahren
160 Seiten

„Wird man bei Regen weniger nass, wenn man schneller läuft?“ „Wenn alle Menschen gleichzeitig hochspringen, gibt es dann ein Erdbeben?“ „Wird es Glühwürmchen beim Glühen warm?“ „Können Fische seekrank werden?“ „Warum ist die Leberwurst beleidigt?“ und „Wie heisst Barbie mit Nachnamen?“

Der Mediziner Jürgen Brater hat 66 Fragen zusammengetragen, die ihm Kinder so gestellt haben. Einige davon hat man sich bestimmt auch schon mal gestellt, andere sind überraschend, manche skurril. Der Fragenkatalog ist eine spannende Mischung aus Alltäglichem, naturwissenschaftlichen Phänomenen und populären Themen. Auch einige kuriose Redewendungen werden genauer unter die Lupe genommen.

Die teilweise erstaunlichen Antworten sind gut verständlich und unterhaltsam zu lesen. Die grossformatigen Fotos, eine angenehm grosse Schrift, und das farbenfrohe Layout dürften trotz ausgiebigerer Texteinheiten auch weniger geübte Leserinnen und Leser ab der fünften Klasse ansprechen.

www.sikjm.ch

 

Thema des Monats Jänner: Tagebücher

 

Annas Safari-Tagebuch (Superleser! 2. Lesestufe)

Kinder- und Sachbuch / ab 6 Jahren
64 Seiten

 

Ein toller, sehr abwechslungsreicher Reisebericht eines Mädchens, das eine Safari in Afrika erlebt. Anna beschreibt in ihrem Safari-Tagebuch ihre Erlebnisse. Ihren Traum, einmal die "Großen Fünf" zu sehen, äußert sie bereits auf der zweiten Seite. Jedes Kapitel beginnt sie mit einem Tagesplan. Tag 1 startet schon um 6 Uhr mit dem Frühstück. Dann fahren sie mit dem Jeep zu den Zebras und Gnus in die Savanne. Nachmittags beobachtet Anna auf einem Boot die riesigen Flusspferde. Abends lauscht sie gespannt der Legende über den "Weltenbaum". Bereits diese 10 Seiten Text, die durch tolle Fotos ergänzt wurden, machen richtig viel Spaß! Kinder erfahren viel über die Tiere aus Afrika. Sie lernen z. B. einen "Spießbock" von dem "Großen Kudu" zu unterscheiden. An Tag 2 führt ein Massai die Gruppe in den Busch. Anna sieht das erste Tier der "Großen Fünf", einen Kaffernbüffel. Eine schöne Übersicht der verschiedenen Tierspuren und eine altes afrikanisches Spiel mit Anleitung ergänzen in diesem Kapitel die Sachinformationen. Am dritten Tag begleitet Anna mit einigen Forschern ein Rudel Löwen. In ihrem Tagebuch vergleicht sie steckbriefartig u.a. Größe, Gewicht und Geschwindigkeit von Löwe, Leopard, Gepard und Serval. Auch ein afrikanisches Rezept zum Nachkochen finden die Kinder im Buch. Am Folgetag beobachtet Anna vom Camp aus junge Elefanten beim Plantschen im Wasser. Sie darf mit in einem Hubschrauber fliegen und schreibt ihren Großeltern eine Karte, auf der sie von den Zebras und Nashörnern schwärmt. Schließlich besucht sie die Massai und erfährt einiges über deren Leben.

Die Rahmenhandlung mit Anna und ihrem Wunsch die "Großen Fünf" zu sehen, zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Jedes Kapitel beschreibt ein für sich abgeschlossenes Abenteuer und enthält tolle Sachinformationen. Sehr viele Textformen wurden von der Autorin übersichtlich kombiniert. Durch die Fibelschrift können schon Leseanfänger mit ersten Texterfahrungen den interessanten Inhalt sehr gut selber lesen. Ein Beispiel für ein richtig gelungenes, spannendes Leseanfangsbuch!

www.buechertrends.de

 

Andrea Schomburg / Dorothee Mahnkopf

Das Geheimnis der gelben Tapete

Kinderbuch / ab 7 Jahren
64 Seiten

 

Emilia deckt das Geheimnis des hinter der gelben Tapete versteckten Schlüssels im Haus ihrer Tante auf und erkennt dadurch, was echte Freundschaft bedeutet.

Ein neuer Junge kommt in Emilias Klasse und wird neben sie gesetzt. Eigentlich findet Emilia Robert ganz nett, aber Julia, die Anführerin der Klasse, beschließt: er soll nicht dazugehören. Also wird der Neue künftig gemieden und ausgegrenzt, woraufhin er immer abweisender und aggressiver wird. Bei Renovierungsarbeiten im Haus ihrer verrückten Tante, die mit ihrer besten Freundin aus Kindertagen auf Weltreise geht, entdeckt Emilia hinter der gelben Tapete einen kleinen goldenen Schlüssel. Zusammen mit ihrer kleinen Schwester macht sie sich auf die Suche nach dem Geheimnis des Schlüssels und kommt dabei etwas viel Wichtigerem auf den Grund: dem Geheimnis lebenslanger Freundschaft. Dadurch motiviert hat sie endlich den Mut, sich gegen Julia und ihre Mobbingattacken zu stellen.

Die Reihe "Tulipan Kleiner Roman" richtet sich an Leseanfänger ab 7 Jahren, die gerne komplexere Geschichten lesen, und unterscheidet sich immens von den zahlreichen Erstlesebüchern mit Großdruck, vielen Bilder und wenig Inhalt. Die zart kolorierten Illustrationen sind charmant und strahlen eine Sanftheit aus, die sehr gut zu der Erzählweise dieses kleinen Romans passt. - Eine wichtige Botschaft, die schon Leseanfänger begreifen. Empfehlenswert!

Bettina Palm

Das Tagebuch aus der Kindheit ihrer Tante hilft der kleinen Emilia dabei, endlich den Mund aufzumachen und sich gegen die fiesen Mobbingattacken zu stellen, die Julia als Wortführerin der Klasse gegen den netten neuen Schüler gestartet hat. Eine einfühlsame Geschichte über ein Thema, das alle Kinder angeht.

Angelika Rockenbach

www.borromedien.de

 

Luc Blanvillain / Maren Illinger

Tagebuch eines Möchtegern-Versagers

Kinderbuch / ab 10 Jahren
154 Seiten

 

Hochbegabung, Eliteschule, ehrgeizige Eltern: Der zwölfjährige Nils wäre viel lieber so wie alle anderen, normal eben. Statt immer nur zu lernen, möchte er draußen Fußball spielen und Fernsehen. Was wohl passieren würde, wenn er nur noch schlechte Noten schriebe? Könnte er damit auf seine Eltern einwirken? Der Plan scheint zu funktionieren. Seine miserablen Schulleistungen stürzen die Eltern in tiefe Verzweiflung. Sie konsultieren einen Psychiater und siehe da: Seine Eltern sollen ihm mehr Freiheiten gewähren und ihn nicht unter Druck setzen. Alles bestens also. Bis Mona ihm bei seinen Schulproblemen helfen möchte. Da macht es auf einmal nicht mehr so viel Spaß, ein Möchtegern-Versager zu sein. Und auch dem Angeber Engelbert würde Nils gerne mal zeigen, wer eigentlich Klassenbester ist.
Federleicht und mit viel Witz und Augenzwinkern erzählt Luc Blanvillain von Leistungsdruck, übereifrigen Eltern und der ersten, zarten Liebe. Erfrischend ist dabei die neue Perspektive des hochbegabten Kindes auf das oft behandelte Thema Schule. Die sprachliche Gestaltung mit einem großartigen Wortschatz ist beeindruckend und kommt in Maren Illingers Übersetzung meisterlich zum Vorschein.

http://www.djlp.jugendliteratur.org

 

Jeff Kinney

Gregs Tagebuch 12 – Und tschüss!

Hörspiel / ab 10 Jahren
78 Minuten

 

Jeff Kinney hat's vollbracht: Die heißersehnte, neue Episode der Bestsellerserie von Gregs Tagebuch ist da! Auch dieses Mal kommen alle Greg-Fans voll auf ihre Kosten, denn wie gewohnt geht eigentlich alles schief, was schiefgehen kann: In den Weihnachtsferien tritt Greg mit seiner Familie eine Reise auf die Isla de Corales an, der Insel, wo seine Eltern einst ihre Flitterwochen verbrachten. Nach der Reise wusste Greg genau: Er wäre lieber zu Hause geblieben. Schon der Weg zum Flughafen geht natürlich nicht reibungslos über die Bühne und die Koffer der gesamten Familie wurden vertauscht. Das hat zur Folge, dass sie sich nach der langen Anreise nicht schick genug für ein Restaurant umziehen können und daher draußen essen müssen…in bester Gesellschaft von vielen Krabbeltieren. Tauchen tut Greg auch, aber unfreiwillig… Marco Esser, der Greg spricht, trifft mit seiner Stimmlage genau die Stimmung, in der Greg sich immer zu befinden scheint: latent genervt. Er hört sich genau so an, wie sich ein Junge um die zehn Jahre anhören sollte: ein bisschen frech, lebendig und durchaus lustig. Langeweile gibt es hier keine Sekunde. Und tschüss!

 

www.buecher-magazin.de

 

Thema des Monats Dezember: Weihnachten

 

Edith Schreiber-Wicke / Carola Holland

Besuch am Weihnachtsabend

Bilderbuch / ab 4 Jahren
32 Seiten

 

Am 23. Dezember kurz vor dem Einschlafen fällt Noah sein allerwichtigster Weihnachtswunsch ein: Er wünscht sich, dass der richtige Weihnachtsmann am Heiligabend zu Besuch kommt. Im Traum verspricht ihm dieser, zu kommen. Und am nächsten Tag klingelt es auch tatsächlich an der Tür. Da stehen aber Menschen, die Noahs Hilfe brauchen und nicht der Weihnachtsmann. Enttäuscht fragt sich der Junge, ob Weihnachten doch nur aus Geschenken und einem Baum mit Kerzen besteht. Da hört er nochmals die Stimme aus dem Traum...
> "Such nicht draussen den Sinn, Weihnachten ist in dir drin." Dieses Buch möchte Weihnachten seinen ursprünglichen Sinn zurückgeben. Die bunten Bilder mit liebevollen Details und der sympathische, kleine Noah stimmen wunderbar auf Weihnachten ein. Am Schluss der Geschichte entsteht wie von selbst eine Diskussion darüber, was Weihnachten nun wirklich ist. Karin Böjte

www.kjmbefr.ch

 

Andrea Erne / Susanne Szesny

Wir feiern Weihnachten (Wieso? Weshalb? Warum?)

Sachbuch / ab 4 Jahren
16 Seiten

 

Die Weihnachtszeit hat jedes Jahr wieder etwas ganz Besonderes – wir backen, basteln Geschenke, singen, schmücken den Baum und kümmern uns mehr als sonst um andere Menschen. Was es mit den ganzen Traditionen und der Weihnachtsgeschichte eigentlich auf sich hat und ob man auf der ganzen Welt Weihnachten feiert wie bei uns, erfahren neugierige junge Leser/-innen in diesem Buch.

Viele bunte Bilder, spannende und leicht verständliche Texte sowie zahlreiche Klappen, hinter denen sich noch mehr Informationen verbergen, machen dieses Sachbuch aus der beliebten Reihe besonders empfehlenswert für alle, die mehr über Weihnachten wissen wollen. Kunterbunter, spielerischer und informativer (Vor-)lesespaß für Kinder ab ca. 4-5 Jahren.

www.stiftunglesen.de

 

Tony Wolf

Magico Natale
Kinderbuch / ab 5 Jahren
58 Seiten

 

Siamo a dicembre aleggia l'aria natalizia, il nostro consiglio di questa settimana è il libro "Magico Natale" di Silvia D'Achille, disegnatore Tony Wolf. Una serie di storie da leggere ai nostri bimbi in attesa del Natale, un racconto al giorno che accompagna i piccoli fino alla magica notte del 24 dicembre.

Un libro incantato in cui il protagonista è Ralphie un piccolo coniglietto a cui questo Natale regalerà una magica avventura: la scoperta di un mondo fantastico.

Di seguito un breve brano introduttivo: «Nella verde Val di Ginepro, oltre il bosco degli aceri rossi, si trova il Bosco degli Abeti. Dal centro del Bosco, parte il sentiero della Grande Quercia che porta in via del Castagno. Al numero 2 di via del Castagno vive il piccolo Ralphie.

Ralphie è un vivace coniglietto bianco: tra fitti alberi è facile vederlo, perché porta sempre una giacchetta rossa con i bottoni dorati che gli ha cucito la mamma.

La sua stagione preferita è l'estate, perché può trascorrere le giornate a saltellare imitando le rane dello stagno, giocare a palla con le marmotte, rincorrere le farfalle e fare le capriole sull'erba sfidando gli scoiattoli. Come si divertono tutti insieme!

Ma quando l'estate finisce, Ralphie diventa triste. Le giornate si accorciano, le foglie cadono dagli alberi, soffia un vento freddo e il bosco si tinge di bianco: arriva l'inverno e il piccolo coniglio sa che questo significa che presto non avrà più amici con cui giocare. Ogni anno è la stessa storia: in inverno gli altri animali vanno in letargo e lui resta solo».

www.mondi.it

 

Cornelia Funke

Hinter verzauberten Fenstern

Kinderbuch / ab 8 Jahren
180 Seiten

 

Julias anfängliche Enttäuschung ist durchaus verständlich. Statt des erhofften Schokoladenadventskalenders, bekommt sie von ihrer Mutter lediglich einen aus Papier mit Bildern. Doch schon bald offenbart der Adventskalender ein ganz besonderes Geheimnis …

Julia und ihr Bruder Olli warten auf die Rückkehr ihrer Mutter vom Einkaufen und damit auf die heiß ersehnten Adventskalender. Doch Julias Vorfreude endet in purer Enttäuschung und bitterer Verärgerung. Statt eines Schokoladenkalenders, wie ihn ihr Bruder auch bekommt, hält sie selber nur einen langweiligen Papierkalender in den Händen.

Zunächst gänzlich ignorierend, wendet sie sich schließlich doch dem silbrig glitzernden Kalender zu und macht die geheimnisvolle Entdeckung, dass sich hinter den Türchen des Adventskalenders eine lebendige Welt befindet, die sie durch den Kalender betreten und auch wieder verlassen kann. Kein Wunder, dass Sie dieses Geheimnis nur ungern mit ihrem Bruder teilen möchte, der fortan versucht, Julia auf die Schliche zu kommen.

In der Kalenderwelt lernt sie den Erfinder Jakobus Jammernich kennen, der sie schließlich mitnimmt auf eine Reise zum alten König. Auf dem Weg dorthin erfährt sie, dass es in der Kalenderwelt bereits zahlreiche verfallene und verlassene Kalenderhäuser gibt, da die Kinder viel lieber Schokoladenkalender mögen und keine hinter deren Kläppchen sich nur Bilder befinden. So bleiben also auch die Fenster der Kalenderhäuser verschlossen, die Kalenderhausbewohner sind verzweifelt – doch durch Julias Besuch schöpfen sie wieder neue Hoffnung.

Der alte König in der Kalenderwelt kann sich der Entwicklung nicht entgegenstellen und ist durch seine Vergesslichkeit zum Spielball des finsteren Leo geworden, dessen Plan es ist, noch mehr Schokohäuser aufzumachen. Als sich der König durch den Besuch von Julia wieder eines besseren besinnt und auch daran denkt, den Thron seinem Sohn Prinz Harry zu vermachen, geht Leo in die Offensive. Ein unheimlicher Besucher in Julias Zimmer und die Entführung des Prinzen sollen Julia und die Kalenderhausbewohner einschüchtern und von ihren Plänen abhalten. Doch Jakobus fasst einen Plan und sie machen sich auf, um Leo endgültig das Handwerk zu legen.

Die Idee hinter den Türchen eines Adventkalenders eine Parallelwelt zu erschaffen, deren Lebensumstände in unserer Realität verankert sind, ist sehr unterhaltsam umgesetzt. Es ist einfach herrlich aufregend, wenn Julia ganz vorsichtig, in angespannter Erwartung das erste Kalendertürchen öffnet und knisternde Spannung herrscht vor, wenn der unsichtbare Gast in Julias Zimmer umherstreift. Cornelia Funke manövriert ihre Hauptdarsteller mit einer angenehmen Leichtigkeit durch das Adventsabenteuer, stets mit dem richtigen Maß an ausgewogener Spannung und viel Einfallsreichtum.

Dabei finden wir viele märchenhafte Elemente und Charaktere vor: eine Burg ganz aus Schokolade, einen Riesen, Heinzelmännchen, Elfen, einen König, einen Prinz und natürlich einen richtigen Bösewicht. Gerade die bunte Vielfalt an sympathischen und eigenwilligen Figuren, denen Julia begegnet, bereitet Kindern viel Spaß. Ob Jakobus, der Erfinder oder die Elfen Rosalinde und Melissa, Riesig der Riese und die Heinzelmänner, sie alle sind Julia wohl gesonnen und erfreut über ihren Besuch. Schließlich bedeutet Julias Erscheinen den ersehnten Wendepunkt für den sonst drohenden Verfall der Kalenderwelt.

So lesen wir uns gerne in diesen wahrhaft zauberhaften Ort hinein, um uns mit motivierten Mitstreitern selbstbewusst für das Finale gegen Leo, den Lügner zu wappnen. Auch wenn wir uns dann mit unseren Kindern einmal gegen die beliebte Süßigkeit stellen müssen. Doch schließlich mag es am Ende ja genau um die Motivation gehen, der Phantasie und den Bildern mehr Bedeutung beizumessen, als dem kurzweiligen Genuss …da wird es unsere Kinder aber beruhigen, dass die Burg aus Schokolade noch zum Verzehr frei gegeben wird.

Cornelia Funke schafft nicht nur jenseits der Kalendertürchen eine ansprechende Welt für Kinder. Auch diesseits lässt sie durch Streit und Missgunst zwischen den Geschwistern Julia und Olli ganz klassische Konfliktsituationen aufkommen, welche Kinder nachvollziehen und zuordnen können. Dass Cornelia Funke die ganze Erzählung über stets Zuversicht und die Aussicht auf ein positives Ende vermittelt und zu guter letzt auch Julia und Olli wieder zusammenfinden, betont den positiven Klang der Erzählung.

Es ist demnach nicht verwunderlich, dass die 160 Seiten des bereits 2003 erstmals erschienenen Buches schnell ausgelesen sind. Die zahlreichen Illustrationen, von Cornelia Funke selber angefertigt und von Yvonne Ziegenhals-Mohr farbenprächtig koloriert, schaffen die passende optische Untermalung. Bereits jüngere Kinder werden der Geschichte gerne aufmerksam lauschen und so empfiehlt sich das Buch als stimmungsvolle Adventslektüre für die ganze Familie.

Fazit:

Cornelia Funke verzaubert ihre Leser und Zuhörer mit vielen phantastischen Zutaten. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie beim nächsten Adventskalenderkauf auch einen besonderen Blick auf solche ganz ohne Schokoladenfüllung werfen und beim Türchen öffnen zweimal hinschauen werden. Was sich „Hinter verzauberten Fenstern“ abspielt ist ganz bestimmt mehr als einen Besuch wert.

Stefanie Eckmann-Schmechta

www.kinderbuch-couch.de

 

Thema des Monats November: Jungs und Abenteuer

 

Fritz Fassbinder

 

Rocky, die Gangster und ich

Oder: Wie Mathe mir das Leben rettete (echt jetzt!)

 

Kinderbuch / ab 10 Jahren

 

175 Seiten

 

Felix, der mit einer Sechs in Mathe um seine Versetzung in die nächste Klasse fürchtet, und Polizeihund Rocky, der zum ersten Mal durch die Spürhundprüfung gefallen ist, treffen durch Zufall im Tierheim aufeinander und verstehen sich vom ersten Augenblick an bestens. Ihre Freundschaft wird schnell auf die Probe gestellt, als sie bei einem gemeinsamen Spaziergang in die Hände von zwei Gangstern fallen, die Rocky aufgestöbert hat. Schnell wird klar, dass sie ihrem Gefängnis in einem abgelegenen Haus nur gemeinsam entkommen können. Beide wachsen über sich hinaus und beweisen, dass sie alles andere als Versager sind. - Es macht viel Spaß, die Abenteuer der zwei ungleichen Freunde zu verfolgen, die abwechselnd von ihren aufregenden Erlebnissen berichten. Und weil auch der Humor durch die vielen lustigen Missverständnisse zwischen Mensch und Hund nie zu kurz kommt, ist das locker geschriebene Buch die perfekte Lektüre auch für etwas lesefaule Jungs.

 

https://www.borromaeusverein.de

 

Thema des Monats Oktober: Tierisch, tierisch

 

Zapf/Jochen Till

Ich bin für dich da!

Bilderbuch / ab 4 Jahren

44 Seiten

Es ist verführerisch, bei dem Bilderbuch Ich bin für dich da von Zapf und Jochen Till vor allen Dingen von dem kuscheligsten Stachelschwein aller Zeiten zu schwärmen.Ich beherrsche mich und erzähle lieber davon, dass in dem kleinen Büchlein mit seiner kurzen Geschichte viele große Geschichten stecken.

Das Stachelschwein ist ein patenter Kerl, man muss es einfach liebhaben. Als es merkt, dass die Giraffe traurig ist, will es sie unbedingt trösten. Aber wie kann es zu ihr durchdringen? Vor lauter Trübsal sieht sie nichts.

Während der Erzähler davon spricht, warum man manchmal traurig ist, passiert all das dem Stachelschwein auf einer anderen Ebene. Es wird nicht wahr genommen; es macht tolle Pläne, die allesamt scheitern, wie zum Beispiel der Versuch, mit Luftballons zur Giraffe hoch zu fliegen. Keine gute Idee, wenn man Stacheln hat!

Lachen hilft bei Traurigkeit

Man muss den kleinen, unermüdlichen Kerl einfach lieb haben. Doch irgendwann kommt die Frage auf: warum ist er eigentlich nicht traurig? Schon ist man mittendrin im Philosophieren und Erfahrungen austauschen. Die größere Geschichte in der kleinen Geschichte nimmt ihren Lauf – außerhalb des Bilderbuches.

Eine andere Frage, die aufkommen könnte, ist, wieviele Formen von Traurigkeit es gibt. Oder warum traurige Menschen manchmal gar nicht merken, dass sich jemand um sie kümmern will. Oder was man alles tun kann, um sich von der Traurigkeit abzulenken. Doch egal, welche Frage auftaucht, man wird mit seinen Gedanken immer wieder zum Stachelschwein zurück kehren, kichern und den kleinen Kerl lieb haben.

Ich bin für dich da von Zapf und Jochen Till ist niedlich, hat Witz, ist leicht, hat Tiefgang und viel Gefühl. Es ist also genau eines dieser Bilderbücher, in das sich Erwachsene sofort verlieben und dabei vergessen, dass sie gar nicht die erste Rolle spielen. Macht nix, das Lachen der Kinder und ihre klugen Beobachtungen werden die Erwachsenen schon in die Realität zurück holen!

https://buchkind-blog.de

 

Megumi Iwasa/Jörg Mühle

Viele Grüße, deine Giraffe

Kinderbuch / ab 6 Jahren

112 Seiten

Giraffe hat zwar einen langen Hals – weiter als bis zum Horizont sieht aber auch sie nicht. Und doch würde es sie interessieren, wer dahinter lebt. Wer weiss, vielleicht könnte dieser Jemand sogar ihr Freund werden? Wie praktisch, dass der Pelikan aus Langeweile gerade eine Poststelle eröffnet hat. Giraffe verfasst einen Brief und wartet ungeduldig auf Antwort. Und tatsächlich: Ein Pinguin schreibt zurück! Die Briefe fliegen bald hin und her, Savannenpostbote Pelikan und Meerespostbotin Robbe sind gefordert. Der kleine Pinguin berät sich mit seinem Lehrer, dem Wal: Was mag dieser «Hals» sein, von dem die Giraffe schreibt? Und ihre Frage nach der Pinguinfarbe ist auch gar nicht so leicht zu beantworten: Das Meer ist blau, aber in einen Eimer gefüllt, ändert es die Farbe. Flugs wird der Test gemacht und im Brief vermerkt: «Übrigens bin ich schwarz-weiss. Denn meine Farbe ändert sich nicht, wenn ich in einen Eimer steige. Also glaube ich nicht, dass ich mich irre.»
Als die Giraffe genug über das Aussehen des Pinguins zu wissen glaubt, schreitet sie mit Hilfe des Pelikans zur Tat und verkleidet sich für eine Reise zu ihrem Freund als schwarzweisses Schnabeltier. Ganz richtig kommt es nicht heraus, aber zum Glück kann sich auch gut verstehen, wer nicht gleich aussieht.
Das Kinderbuch der japanischen Autorin Megumi Iwasa, das von Jörg Mühle passend zum leichten, feinfühligen Humor illustriert wurde, eignet sich dank hohem Bildanteil und überschaubarem Leseportionen gut zum Selberlesen in der Unterstufe. Genau soviel Spass macht es aber auch, sich beim Vorlesen gemeinsam über die vermeintlich logischen Schlussfolgerungen der Tiere zu freuen.
Bilder im Kopf entsprechen nicht immer der Wirklichkeit. Gut, dass die Welt gross, die Neugier aber grösser ist und dass auch eine Giraffe und ein Pinguin Freunde werden können.

https://www.sikjm.ch

 

Piotr Socha

Bienen

Sachbuch / ab 7 Jahren

80 Seiten

„Bienen“ ist für mich DAS Kindersachbuch des Jahres 2016. Opulent- bildgewaltig- informativ! Ein Genuss! Bienen stehen natürlich im Mittelpunkt, aber es geht noch weit darüber hinaus: Insekten im Allgemeinen, Umwelt, Naturschutz. Kein Thema fehlt. Das Reich der Bienen wird genauestens beschrieben; egal ob es um Details des Körperaufbaus, des Bienenstocks, der Geschichte der Bienen, ihr Zusammenwirken mit den Menschen und Pflanzen oder auch die Produktion von Honig geht. Auch der Bienentanz fehlt nicht. Der größte Teil jeder Seite ist den Illustrationen gewidmet, unendlich viel gibt es hier zu entdecken und auch immer wieder etwas zum Schmunzeln. Der Text ist kompakt, für Kinder verständlich geschrieben, dennoch ist alles Wichtige benannt. Ein beeindruckendes, besonderes Bilderbuch, das sowohl Kinder als auch Erwachsene, inklusiv der Imker begeistern dürfte!

https://www.buechermobil-erlangen.de

 

Martin Brown

Tiere, die kein Schwein kennt

Sachbuch / ab 8 Jahren

56 Seiten

Im Vorwort dieses Tier-Sachbuchs der ganz und gar anderen Art wird endlich mal Klartext gesprochen: Die Tierpromis – sprich „Hund-Katze-Maus“ – haben die Bühne schon viel zu lange für sich allein. Es ist also höchste Zeit, dass andere Protagonisten ihren großen Auftritt bekommen!

Zum Beispiel der Kuba-Schlitzrüssler. Wie – den kennen Sie nicht? Na gut, er ist auch extrem selten, wurde erst 1861 von Europäern entdeckt und galt zwischenzeitlich schon als ausgestorben.
Wie wäre es also mit dem Zorilla? Das ist ein afrikanischer Müffel-Marder, der mit seinem Gestank jedes Stinktier locker in den Schatten stellt. Oder mit der Langschwänzigen Schmalfussbeutelmaus? Da ist der Name genauso lang wie der imponierende Schwanz des Tierchens, das im Buschland Australiens zu Hause ist. Mit einem bemerkenswerten Körperteil kann auch der Russische Desman punkten, der sozusagen über eine Multifunktionsnase verfügt: Er kann sie bei der Nahrungssuche, aber auch als Schnorchel, Schaufel und Finger einsetzen. Immer noch nicht seltsam genug? Da hilft nur eins: Umgehend selbst in die Wunderwelt der unbekannten Tiere eintauchen …

Wo steht geschrieben, dass Sachbücher ausschließlich nützliches Wissen vermitteln müssen? Schließlich werden Forscherdrang und Fantasie durch Skurriles mindestens ebenso stark angeregt! Und es gibt in Sachbüchern nur selten so viel zu lachen wie in dieser schrägen Tierschau. Aktionsideen fliegen dem erwachsenen Leser dabei nur so zu: Vom Zusammensetzen des witzigsten Tiernamens über das Suchen der tierischen Lebensräume auf einer Weltkarte bis zum Erstellen von Tier-Steckbriefen von weiteren seltenen Lebewesen. Ein klassisches Tierlexikon oder Infos aus dem Netz lassen sich bestens mit der witzigen Auswahl verbinden. Aber mal ganz im Ernst: Neben aller Exzentrik und den grandios komischen Illustrationen (inklusive Sprechblasen der speziellen Akteure) gibt’s hier auch viel zum Nachfragen und –denken. Zum Beispiel zum Thema Artenschutz.
Zum Vorlesen und Selberlesen, ab ca. 8 Jahren

https://www.stiftunglesen.de/leseempfehlungen/lese-und-medienempfehlungen/

 

 

Thema des Monats September: Familie

 

Nadine Brun-Cosme/Aurelie Guillerey

Papa ist nicht aufzuhalten

Bilderbuch / ab 3 Jahren

32 Seiten

 

Papa will Max in den Kindergarten bringen, aber das Auto springt nicht an. Doch endlich geht es los. Heute Abend hole ich dich ab, verspricht Papa. Aber wenn das Auto nicht anspringt? Max fallen viele Pannen ein. Doch Papa findet auf alles eine Antwort und überraschende Lösungen: er kommt mit dem Traktor oder mit dem Kuscheltier, mit dem Boot oder gar auf einem Drachen. Die Handlung ist in Reimen gestaltet, begleitet von ansprechend und plakativ gestalteten Bildern. Ein Buch für Kinder ab 3 Jahren, bei dem man sich sofort vorstellen kann, wie viel Spaß Vorleser und Hörer gleichermaßen haben können. Es fordert geradezu heraus zum Mitmachen, Wiederholen, Lachen und sich Einlassen auf fantastische Lösungen. Nebenbei nimmt es die Ängste der Kinder ernst, ohne sie direkt zu benennen, geht humorvoll darauf ein und schafft Vertrauen. Sehr empfehlenswert, nicht zuletzt auch für die altersgerechte Sprachförderung.

https://www.borromaeusverein.de

 

Alexandra Maxeiner/Anke Kuhl

Alles Familie! von Alexandra Maxeiner

Sachbuch / ab 5 Jahren

32 Seiten

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Während konservative Politiker immer noch darüber diskutieren, welche Familienform die „einzig wahre“ ist, hat – spätestens mit diesem Bilderbuch – die kunterbunte Patchworkfamilie in den Kinderzimmern unserer Kinder Einzug gehalten. Bereits der Titel des Buches verrät, dass Familie kein starrer Zusammenschluss von Mutter, Vater und Kind ist, sondern unzählige Konstellationen und Eigenheiten gerade das ausmachen, was wir heute unter Familie verstehen …

Nach einem kurzen Ausflug zu den Bienen, den Steinzeitmenschen und der Großfamilie der Jahrhundertwende, landen Alexandra Maxeiner (Autorin) und Anke Kuhl (Illustratorin) direkt in den Wirren heutiger Familienverstrickungen. „Das Kind der neuen Freundin vom Bruder von Papas früherer Frau und anderen Verwandten“ lautet der Untertitel des Buchs, das 2011 zu Recht mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Maxeiner und Kuhl geht es um die – mitunter sehr konfusen – Verstrickungen, die sich beim verwandtschaftlichen Beziehungsgeflecht ergeben können und im 21. Jahrhundert durchaus keine Seltenheit mehr sind. Mit kunterbunten beschrifteten Zeichnungen im comicartigen Stil werden die vielfältigen Konstellationen, die Familien bilden können, in sachlichem Ton durchgegangen, von der klassischen Variante über Regenbogen- und Adoptivfamilien bis zum Kinderdorf. Angelegt wie eine Gebrauchsanweisung der modernen Familie werden „Halbmamis“, „Zweitväter“ oder „Dreiviertelpapas“ vorgestellt. […]

In „Alles Familie!“ geht es nicht in erster Linie um Verwandtschaftsgrade, sondern um all die Eigenheiten, die Familie ausmachen: Manche sind laut, andere stiller. Wir sehen stubenhockende Sofafamilien („Es gibt Familien, die bewegen sich kaum oder gar nicht“) und Hektiker („Andere rennen ständig herum, weil sie irgendwelche Termine haben“). Bei manchen liegt das Zentrum in der Küche, anderen ist das gemeinsame Essen nicht so wichtig. Jede Familie hat ihren eigenen Geruch, den man oft selber gar nicht riecht, der aber tief in Mamas Kleidern oder dem Kuscheltier steckt. Einige Familien haben eine Geheimsprache. Sie sagen manche Worte, die man als Außenstehender gar nicht versteht und nur die anderen Familienmitglieder wissen, was gemeint ist.

Neben Äußerlichkeiten geht es um Bindungen, die in den Familien völlig unterschiedlich ausfallen. Die meisten Menschen mögen ihre Familie, weil sie sich geborgen fühlen und über ihre Sorgen sprechen können. Es gibt aber auch Menschen, die haben mit ihrer Familie nichts zu tun („...vielleicht weil sie zusammen Geld oder ein Haus geerbt haben und sich jetzt streiten, wer das Meiste bekommt.“). Auch daraus, dass es Gewalt in Familien gibt, macht das Buch keinen Hehl („Es gibt Eltern, die behandeln ihre Kinder schlecht. Sie nehmen sie nie in den Arm. Oder brüllen sie immer nur an. Andere schlagen ihre Kinder sogar, obwohl sie das gar nicht dürfen.“).

Das Leben kann sehr kompliziert sein – und dass zeigt „Alles Familie!“ auf sehr anschauliche Art. Autorin und Illustratorin finden jedoch einen Weg, Angst vor den Lebenslagen zu nehmen, die vom herkömmlichen Schema abweichen. Und noch mehr: Sie zeigen, dass es das „klassische Schema“ in der Realität schon lange nicht mehr gibt. Beschönigt wird dabei nichts, aber auch nichts verglichen. Dem lesenden Kind wird vermittelt: Jede Familie ist einzigartig – ob dezent oder geräuschvoll, faul oder umtriebig, steif oder leger. Und weil jede, aber auch jede Familie wichtig ist, birgt das Buch am Ende auch einige Seiten, die das lesende oder zuhörende Kind mit den Besonderheiten seiner Familien füllen kann. […]

Fazit:

„Alles Familie“ macht Schluss mit der Vater-Mutter-Kind-Heuchelei: Die perfekte Familie gibt es nicht! Autorin und Illustratorin schaffen es, die Familie als einzigartiges Konstrukt mit enormer Vielfältigkeit darzustellen. Und während jeder, der dieses Buch liest oder vorliest und die lustigen, gutgelaunten Illustrationen dazu betrachtet, sich noch überlegt, was für einer wunderbar seltsamen, skurrilen Familie er eigentlich selbst angehört, wird eines klar: Ob gut oder schlecht, egal was deine Familie ausmacht, sie ist deine Familie und immer was besonderes für Dich!

Katrin Czerwinka

www.kinderbuch-couch.de

 

Sarah Welk/Sharon Harmer

Ziemlich beste Schwestern – Quatsch mit Soße

Kinderbuch / ab 7 Jahren

126 Seiten

Das Lernen von Buchstaben, sie zu Wörtern, Sätzen und ganzen Geschichten zusammenzusetzen, ist mitunter ziemlich anstrengend. Dann soll wenigstens das Lesen Spaß machen und Geschichten den Leser zum Lachen bringen. Sarah Welks neue Erstlesereihe "Ziemlich beste Schwestern" tut dies auf jeden Fall, wie uns der erste Band "Quatsch mit Soße" bewies.

Willkommen in der Welt von Mimi und Flo

Mimi und Flo sind die besten Schwestern die Welt. Mimi ist sieben, ein richtiges Schulkind, und kann schon lesen und schreiben. Flo, die eigentlich Florentine heißt, ist erst fünf, geht noch in den Kindergarten, fühlt sich aber schon ziemlich groß. Zusammen mit Mama, Papa, den Kaninchen Knolle und Bolle und Katze Kalle wohnen sie in einem kleinen Ort. Bei Mimi und Flo ist immer etwas los. Sie überreden ihren Cousin mit dem Traktor ein großes Loch in den Garten zu graben, um einen Teich für das Nilpferdbaby anzulegen, das sie adoptieren wollen. Sie lassen kleine Mäuse in ihr Puppenhaus einziehen, um ihnen Zirkuskunststückchen beizubringen und backen heimlich einen Geburtstagsüberraschungskuchen. Dabei geht natürlich so einiges schief und die beiden richten manches Mal ein heilloses Durcheinander an.

Turbulent und witzig

Herzlich willkommen bei den beiden besten und witzigsten Schwestern der Welt. Sarah Welk hat eine Kinderbuchreihe für Mädchen gestartet, die turbulent, witzig und chaotisch ist. Dabei versetzt sich die Autorin in die Rolle von Mimi, der älteren der beiden, und erzählt die Geschichten aus ihrer eigenen Sicht. Herrlich komisch und mit einer wunderbar authentischen Sprache können wir miterleben, was die beiden Schwestern für Schabernack - eben Quatsch mit Soße - aushecken. Man kann über ihre Einfälle und Ideen einfach nur lachen, wenn sie uns mit kindlicher Überzeugung die Welt erklären. Wenn sie durch gutgemeinte Absicht absolutes Chaos schaffen. Glücklicherweise bringen sie anschließend auch immer wieder alles in Ordnung. Wenngleich die Ereignisse natürlich frei erfunden sind, teilweise überzeichnet, um dadurch den Humor in das Geschehen einzubinden, greifen sie dennoch Themen aus dem Kinderalltag auf: den Geburtstag eines Cousins, Nachwuchs im Zoo oder Tierliebe.
Mimi ist die Ältere von beiden und daher auch meist die treibende Kraft. Aber nicht ausschließlich. Auch Flo bringt sich oft ein, hat so manchen witzigen Einfall (aus der Sicht der Schwestern natürlich brillanten) und kann so locker mit ihrer großen Schwester mithalten. Die beiden sind ein tolles Gespann, halten zusammen und sind immer füreinander da. Eben ziemlich beste Schwestern, so wie es der Titel sagt.
Das Buch spricht in erster Linie Mädchen an und wird aufgrund der beiden Protagonistinnen vermutlich eher selten von Jungs gelesen. Die darin enthaltenen Episoden kann man als kleine, für sich stehende Geschichten betrachten, die aber dennoch alle zusammen ein großes Gesamtbild ergeben. Dadurch eignen sie sich sehr gut zum Vorlesen, laden aber durch die Erstleseschrift auch zum Selberlesen ein. Jede Geschichte ist obendrein in mehrere Abschnitte unterteilt, so dass auch Erstleser immer wieder Gelegenheiten für Pausen haben.
In einem solch witzigen Buch dürfen natürlich die Illustrationen nicht fehlen. Diese stammen von Sharon Harmer und passen einfach wunderbar zu den Erzählungen, zu den Charakteren, zum gesamten Buch. Denn sie greifen den Witz und das Chaos auf, von dem Mimi hier erzählt.

Kurz gefasst ist "Ziemlich beste Schwestern: Quatsch mit Soße" ein großartiges Buch für Kinder und Erstleser ab sieben Jahren. Hier können sie die turbulenten und schrägen Abenteuer zweier weltbester Schwestern nachlesen, mit ihnen lachen und einfach tolle Lesestunden verbringen. Das Buch ist toll zum Vorlesen, aber ebenso prima zum selberlesen. Sarah Welk hat zwei Charaktere vorgestellt, von denen man sehr gerne mehr liest.

Rezension von Janett Cernohuby

https://www.janetts-meinung.de

 

Benjamin Tienti

Salon Salami – Einer ist immer besonders

Kinderbuch / ab 10 Jahren

160 Seiten

Hani Salmani ist zwölf Jahre alt und muss sich um den kleinen Bruder kümmern, denn die Mutter ist seit einiger Zeit verschwunden und der Vater arbeitet den ganzen Tag im Frisörsalon von Onkel Ibo, den Hani nicht mag. Ibo ist ständig in krumme Geschäfte verwickelt. Sie sind auch der Grund, warum Hanis Mutter unschuldig im Gefängnis sitzt. Das hat Hani herausgefunden und schmiedet nun einen ziemlich verrückten Plan, um ihrer Mutter zu helfen.

Ein Banküberfall bildet den furiosen Auftakt einer teils skurrilen, teils zu Herz gehenden, aber immer witzig-spannenden Geschichte, deren Hauptschauplatz der väterliche Friseursalon ist. Ich-Erzählerin Hani, die seit dem plötzlichen Verreisen ihrer Mutter den Alltag mit ihrem kleinen Bruder organisieren muss, berichtet in der flott vorangetriebenen Handlung, wie sie Licht ins Dunkel ihrer türkischen Familie bringen und herausfinden will, was wirklich mit ihrer Mutter passiert ist. In Null-Komma-nichts findet sich der Leser im Mikrokosmos einer bunten, aber differenziert dargestellten Vielfalt wieder, bei der selbst die Nebenfiguren von der Kindergärtnerin über Freunde bis zur Frau vom Jugendamt sorgfältig entwickelt sind. Benjamin Tienti begegnet all seinen Figuren mit großem Respekt – und die sich untereinander meistens auch. Ohne Klischees wird hier ein schwieriges Thema leicht erzählt.

https://www.df-jugendliteraturpreis.eu